Beschreibung:

Zusammen ca. 50 Seiten. Mit zahlr. teils farbigen Abbildungen. Formate meist 21x15 u. 28x21 cm

Bemerkung:

* Die Rudolf Flume Technik GmbH ist eine 1887 in Berlin gegründete Großhandlung für Uhren- und Schmuckersatzteile und Werkzeuge für Uhrmacher und Goldschmiede. Firmengründer war der deutsche Uhrmacher Rudolf Flume (1861?1919). Weltweite bekannt wurde die Firma durch den 1939 erstmals erschienenen ?Flume-Schlüssel?, ein bebilderter Uhrwerkekatalog zur Uhrwerke-Erkennung. Heutiger Firmensitz der Rudolf Flume Technik GmbH ist Essen. Am 20. Januar 1876 begann Rudolf Flume, geboren als Rudolf Karl Wilhelm Flume am 21. März 1861 in Lünen, Westfalen, eine Uhrmacherlehre. Vier Jahre später erfolgte eine Ausbildung im Bereich von Furnituren (Uhrenersatzteilen). Zum Werdegang bemerkte die Zeitschrift Die Uhrmacherkunst, herausgegeben vom Zentralverband der Deutschen Uhrmacher-Innung und Vereine, am 15. Dezember 1919 (Jahrgang 44, Nr. 24): ?Da er als Kind etwas schwächlich schien, wurde er für die Uhrmacherlaufbahn bestimmt. Er lernte 4 Jahre in Bielefeld, soweit bekannt, bei einem Uhrmacher Hülsmann, kam von dort als Furniturist zu Ludwig & Friess. Nach ungefähr einjähriger Tätigkeit ging er nach La Chaux-de-Fonds in den Furnituren-Grosshandel, war kurze Zeit auf der Reise für ein Schweizer Haus tätig, bis er sich im Jahre 1887 in Berlin als Furnituren-Grosshändler selbständig machte.? Rudolf Flume gründete am 15. Mai 1887 das Unternehmen ?Spezialhaus für Uhrmacherei- und Goldschmiede-Bedarfsartikel Flume und Golmick? in Berlin-Mitte, Joachimstraße 22. Die Inhaber und Geschäftsführer waren Rudolf Flume und Paul Carl Emil Golmick. Das Sortiment umfasste Uhrwerke, Ersatzteile, Werkzeuge, Geräte und Einrichtungen. Ein Jahr später begann der Aufbau einer Schmuckabteilung, in der zunächst ausschließlich Uhrketten angeboten wurden. Insgesamt 14 Außendienstmitarbeiter besuchten Fachgeschäfte und vertrieben zu dieser Zeit das Flume-Sortiment von sogenannten ?Reiselagern? aus. Der Schwerpunkt der Unternehmung lag in der systemvollen Versorgung der Uhrmacher mit Bedarfsartikeln, Uhrenteilen, Uhrenketten und Werkzeugen. Ein erster Umzug in die Gipsstraße 23 (Berlin) erfolgte 1889, aufgrund des Wachstums auf mittlerweile 25 Mitarbeiter folgte ein zweiter Umzug in die Beuthstraße 19 (Berlin) im Jahr 1900. Im Jahr 1889 schied Paul Carl Emil Golmick als Mit-Inhaber aus, das Spezialhaus firmierte erstmals unter ?Rudolf Flume?. 1906 wurde Emil Ziegler als Mit-Inhaber eingestellt, 1909 trat Walter Flume, Sohn des Rudolf Flume, in das Unternehmen ein. Walter Flume, geboren am 27. August 1890, lernte praktische Arbeit bei dem Uhrmachermeister Bätge und bildete sich bei Auslandstätigkeiten in England und Belgien fort. Bis 1914 wuchs das Unternehmen auf 150 Mitarbeiter. 1906/1907 erschien erstmals ein Uhrwerke-Preisverzeichnis, ein Katalog auf mehr als 800 Seiten. Der Verkauf der Produkte beschränkte sich nicht nur auf Deutschland, die Uhren- und Schmuckersatzteile wurden auch nach Frankreich, Skandinavien, Spanien, England und Nordamerika exportiert. Zum 25-jährigen Firmenjubiläum veröffentlichte Flume zu Beginn des Jahres 1912 eine Katalog-Ausgabe mit 1150 Seiten, die auf teilweise farbig bebilderten Seiten die Marktführerschaft der Großhandlung Flume festigte. Das Werk umfasste von A bis Z, von Abdampfschalen, Ankerrädern und Aufziehwellen bis hin zu Zifferblättern und Zusammenstellungen von Sortimenten und Werkzeugen erstmals alles lückenlos und bebildert, was das Fachgeschäft an Ausrüstung brauchte. Die Deutsche Uhrmacher Zeitung (Organ des Deutschen Uhrmacher-Bundes) schrieb in ihrer Ausgabe vom 15. September 1911 zu dem Werk: ?In einem fein ausgestatteten Bande von sage und schreibe 1150 Druckseiten findet der Uhrmacher alles in erstklassigen Abbildungen wiedergegeben, was sein Herz erfreut. [?] ? die Angaben beweisen, dass der Leser es in dem Flumeschen Jubiläums-Katalog mit einem ganz hervorragenden Erzeugnis der graphischen Kunst zu tun hat, das man in dieser Vollendung und in diesem Umfange im Auslande vergeblich suchen wird.? ?Waren früher die Kataloge eben Preislisten, so ist diese Flume-Ausgabe ein unentbehrliches Hilfsmittel für den modernen Uhrmacher?, lobte das Allgemeine Journal der Uhrmacherkunst in Ausgabe Nr. 10 vom 15. Mai 1912. Ebenfalls zum Jubiläum bemerkte die Deutsche Uhrmacher Zeitung in der Ausgabe Nr. 10 vom 15. Mai 1912: ?Wie weitaus die meisten unserer Großbetriebe hat auch diese Firma klein angefangen; aber dank der geschäftlichen Veranlagung ihres Gründers hat sie eine außerordentlich große Bedeutung erlangen können.? Rudolf Flume engagierte sich insbesondere für das Aufrechterhalten der deutschen Uhrglasherstellung. Unter seiner Feder- und Verhandlungsführung verhinderte er ab 1906 den Verfall des Uhrglasmarktes, in dem er Uhrglas-Fabrikanten, Uhrenfabriken und den Großhandel zusammenführte und das Uhrglassyndikat in Straßburg (VUS) gründete, sowie später die Deutsche Uhrglasfabrik GmbH in Freden. Besonders lag dem Firmengründer auch die Zusammenarbeit mit Verbänden, Ausbildungsbetrieben, Unterstützungskassen und Vereinen der Branche am Herzen, die er mit Sach- und Geldspenden sponserte. So beschrieb die Leipziger Uhrmacher Zeitung in der Ausgabe Nr. 10 vom 15. Mai 1912, wie Rudolf Flume ?den Ehrungen zu seinem 25. Jubiläum persönlich aus dem Wege gegangen? sei, den Tag aber als Anlass genommen habe, größere Geldbeträge unter die Angestellten des Hauses zu verteilen sowie je 1000 Mark an einige Verbände und Vereine. Am 1. Dezember 1919 verstarb Rudolf Flume nach einer kurzen Krankheit an einer Lungenentzündung in Folge einer Grippe.[6] Der Autor Walter Döring würdigte den Firmengründer in der Neuen Deutschen Biographie von 1961: ?Er hat das Unternehmen in wenigen Jahrzehnten zu einer für die Fachwelt einzigartigen, in Deutschland wie auch international anerkannten Bedeutung entwickelt. [?] Die Aufgabe, eine schnelle und markengerechte Ersatzteil-Belieferung der Uhrmacher in aller Welt zu gewährleisten, löste F. mustergültig durch ein aufeinander abgestimmtes System der Katalogisierung und Lagerhaltung, das von seinen Nachfolgern, der technischen und Marktentwicklung entsprechend, verfeinert worden ist. Von großem Nutzen für die Fachwelt waren die Kataloge des Unternehmens, die den Uhrmachern nicht nur die Bestelltätigkeit erleichterten, sondern einen umfassenden Überblick über das Warenangebot und die im Gewerbe entwickelten Fortschritte und gesammelten Erfahrungen gaben.?. Wilhelm Diebener, der Verleger der Uhrmacher-Woche, schrieb zum Tod Rudolf Flumes in der Ausgabe Nr. 50 vom 13. Dezember 1919: ?Die Macht des Handelshauses zog in alle Gebiete ein, jeder Lehrling und Gehilfe, jeder Meister im Reiche nannte bald den Namen Flume als den seinigen, und weit darüber hinaus nach dem Auslande reichten die Handelsbeziehungen.? Nach den Kriegsjahren übernahmen Walter Flume und Emil Ziegler die Geschäftsführung. Trotz widriger Wirtschaftsverhältnisse gelang ihnen der Ausbau des Exports, der das Unternehmen zu einem der bedeutendsten Großhandlungen für Uhrmacher- und Schmuckersatzteile weltweit machte. Zum 50. Firmenjubiläum 1937 erschien das umfangreiche Flume-Buch ? Das Haus des Uhrmachers ? ein Katalog mit 760 Seiten und ca. 20.000 Artikeln, die von 1100 Firmen hergestellt wurden. Die Uhrmacher-Woche schrieb dazu am 17. April 1937 in ihrer 16. Ausgabe: Diese hingebende Arbeit führte zur Vollendung! Drei Wochen später würdigte die gleiche Zeitung in der 19. Ausgabe: Die Firma Flume gehört zu den größten Großhandelsfirmen unter allen Handelszweigen, wenn man die Zahl der Angestellten zugrunde legt. [?] Sie wird mit Fug und Recht als eine Weltfirma bezeichnet. Bei Kriegsbeginn 1939 waren auf einer Betriebsfläche von 6.000 m² insgesamt 500 Mitarbeiter bei Flume beschäftigt. Erstmals wurde 1939 der Flume-Brief an alle Kunden verschickt. Bis 1982 wurden darin der Branche allgemeine Informationen aus der Uhrmacher- und Goldschmiede-Zunft, Neuheiten und Produktangebote zur Verfügung gestellt. Ebenfalls 1939 erschien der nachmals weltbekannte Flume-Schlüssel, ein Meilenstein in der Uhrwerke-Erkennung. Der bebilderte Uhrwerke-Katalog identifizierte detailliert alle Uhrwerke, so dass auf das zuvor praktizierte Einsenden der Werke oder der benötigten Ersatzteile zur genauen Bestimmung verzichtet werden konnte. Die Winkelhebelfeder ist der Fingerabdruck einer Uhr und wurde erstmals zur eindeutigen Bestimmung im Flume-Schlüssel dargestellt. Das Bestimmungsbuch erschien im Lauf der Jahre in einer Gesamtauflage von 120.000 Stück und wurde weltweit verteilt. Mit dem Flume-Schlüssel bzw. dem ?Flume-System? leistete die Firma weltweit Uhrmachern einen großen Dienst, da zu dieser Zeit die Anzahl vorhandener Ersatzteile für Uhren aufgrund der Vielzahl an Uhrenmodellen nahezu unüberschaubar war. Durch das Ordnungs- und Orientierungssystem war es nun allen Uhrmachern möglich, Ersatzteile leichter aufzuspüren und zu bestellen. Die Flume-Werksucher für Kleinuhren waren (und sind für antike bzw. historische Uhren teilweise immer noch) ein unverzichtbares Hilfsmittel zur Bestimmung von Werkkalibern und Werkersatzteilen. In den folgenden Jahren folgten weitere Bände zu verschiedenen Bänden, wie zum Beispiel der Flume Großuhren-Schlüssel. Im Februar 1945 wurde das Flume-Gebäude in Berlin komplett zerstört. (Quelle Wikipedia)