Beschreibung:

8°. 35 S., 1 S. Mit 6 monogrammierten Orig.-Holzschnitten und Suite. OHalbpergament mit goldgepr. Rückentitel u. Kopfgoldschnitt, Suite unter Passepartouts, in OKassette.

Bemerkung:

Nr. VIII/XV Exemplaren und von Reinhardt und Pajer-Gartegen signierten Exemplaren, jeder Holzschnitt vom Künstler monogrammiert, mit einer Suite der 6 Holzschnitte in Handdruck unter Passepartouts, von Pajer-Gartegen numeriert (8/15) und signiert (GA 115 Ex.). - Emil Alphons Reinhardt (1889-1945), in Wien. geboren, arbeitete 1918 als Redakteur der expressionistischen Zeitschrift "Daimon". Bis 1920 erschienen mehrere Gedichtbände, zwei Prosabände und eine Novellensammlung. Mit den befreundeten Schriftstellern Hugo v. Hofmannsthal, Arthur Schnitzler, Franz Werfel und Jacob Wassermann gehörte er dem "Akademischen Verband für Literatur und Musik" an, der in Wien ein Zentrum zeitgenössischer Kultur bildete. 1920 wechselte er als Lektor zum Drei-Masken Verlag nach München, wo er u. a. mit Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Paul Klee und Ernst Bloch in Kontakt stand. 1924 gab er sein Lektorat auf, um als freier Schriftsteller zu arbeiten und übersiedelte nach Livorno. Seine Biographie «Das Leben der Eleonora Duse» wurde zum grossen. Ende der 20er Jahre übersiedelte er nach Le Lavendou an die französische Riviera. Nach der «Machtergreifung» 1933 begannen sich bei Reinhardt Exilliteraten wie Bodo Uhse, Golo Mann und Alfred Kantorowicz zu treffen. 1938 gründete er mit Robert Musil, Franz Werfel, Joseph Roth, Alfred Polgar und Bruno Walter die "Liga für das geistige Österreich", schrieb Protestaufrufe und hielt Vorträge. Obwohl er mit den «Palmes de l'officier de l'Académie Française» einen der bedeutendsten französischen Kulturpreise erhielt, wurde ihm die französische Staatsbürgerschaft verweigert. Auch seine seit 1942 betriebene und von seiner ehemaligen Frau Gerty und Thomas Mann unterstützte Auswanderung in die USA scheiterte. Im März 1943 schloss er sich der Résistance an und wurde am 28.4.1943 in Le Lavendou festgenommen. Zunächst in den Gestapogefängnissen in Menton, Nizza und Marseille inhaftiert und gefoltert, begann er mit dem Verfassen eines umfangreichen Tagebuchs. Am 2.7.1944 wurde er von Compiègne nach Dachau deportiert, wo er in der Krankenstation angeblich an Fleckfieber starb. Den Aufzeichnungen seines befreundeten niederländischen Mitgefangenen Nico Rost (1896-1967) ist es zu verdanken, dass Reinhardts Haftzeit in Dachau dokumentiert wurde. (NDB, 21 (2003), S. 491-492 (Online-Version).

Erhaltungszustand:

Kassette im Rückengelenk etwas angrissen und an den Ecken beschabt.