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256, [15] Bl. Titelblatt in rot/schwarz gedruckt mit sehr hübscher, umlaufender Bordüre. Blindgeprägter Schweinslederband der Zeit mit aufwendiger Prägung auf den Deckeln und zwei Schliessen. Werkstatt H.V.M. Augsburg.
Bemerkung:
VD 16, N 101; Goed. II, 487, 2f.; Stalla 594. - Prächtiges Exemplar der sechsten und letzten Centurie, die sich hauptsächlich mit Lukas Osiander dem "Hosenanderlein, Hosenlukas, Hosenluchs", wie Nas ihn nennt, beschäftigt. Der Autor Johannes Nas (1834-1590) war ursprünglich Franziskaner und wandte sich dann für einieg Zeit der Reformation zu, um daraus um so entschiedener als Gegenreformator und Kontroverstheologe für die katholische Kirche einzutreten. Er geriet in eine lebhafte und polemisch geführten Streit mit dem lutherischen Theologen Lucas Osiander d.Ä.. Osiander nannte Nas einen "verblendeten Schwätzer und Lügenprediger des Antichrists", Nas Osiander als "Rottenführer, Kind des Irrtums und verulkte dessen Namen zu Hosiander". Inhaltlich geht es um die klasssichen Streitthemen wie Rechtfertigungslehre, die Sakramente und die Autorität des Papstes. Der sehr gut erhaltene Einband aus der Werkstatt H.V.M. (i.e. Hans Ulrich Mor, Ulm), (ID w004510) und zeigt auf dem Vorderdeckel: Kruzifix mit Bundeslade und Heiliggeisttaube SIC DEVS DIL. MVD VT OMNI // S QVI CREDIT IN EVM: NO // N PEREAT SED HABET // VITAM AETERNAM. p002972 / Haebler Nr. I 459, I und auf der Rückseite Christus und die Samariterin: "VIE CHRISTVS MIT // DEM SAMARISCH // EN WEIB RET" 140 (p002987 / Haebler I 459, II. Haebler ordnet den Buchbinder örtlich an der Grenze zwischen Baden und Württemberg zu. Literaturverweise: Haebler I, 458-460 Schmidt, Adolf: Zur Geschichte deutscher Buchbinder im 16. Jahrhundert. In: Beiträge zum Rollen- und Platteneinband im 16. Jahrhundert. Leipzig 1937, S. 1-109, hier S. 62-63.