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Beschreibung:
10 Bll., 962 Seiten, 25 Bll., 1 Bl., 1 Bl. (vakat), Spp. 9-196, 5 Bll., Schweinslederband der Zeit auf vier Doppelbünden über Holzdeckeln; das Leder mit reicher Blindprägung der Deckel, Rückentitel von alter Hand, 2 Buchschließen, 31,5 x 20 cm.
Bemerkung:
Lateinische Plutarch-Ausgabe; aus dem Altgriechischen übersetzt und kommentiert von Wilhelm Xylander (1532-1576). - EA (ADB 44, 586). VD16 P 3765. - Das zweite Blatt des Kommentars leer (die Spalten 5 bis 8 fehlend). Eingehend kollationiert anhand des Digitalisats der Nationalbibliothek in Rom und sonst vollständig. --- Der Einband, mit reicher Blindprägung der Deckel, stammt aus der Züricher Werkstatt von Michael Schweizer (auch Schwyzer, gestorben 1566 in Zürich) oder Jörg Schreiber, seinem Sohn und Nachfolger. Die Werkstatt ist auch unter dem Hilfsnamen "Jagdrollen-Werkstatt" bekannt (Schweizer sen. fertigte über Jahre oder Jahrzehnte hinweg Bucheinbände für den Verleger Froschauer und verwendete zur Verzierung dieser Einbände oft Rollen mit Jagdmotiven). - Beide Deckel des vorliegenden Bandes sind identisch aufgebaut. Im Zentrum in zwei parallelen vertikalen Streifen eine datierte Salvatorrolle mit Christus Salvator, Johannes dem Täufer, David und Paulus (das Paulusmotiv datiert 1550 oder 1558). Die beiden Mittelfeldstreifen sind gesäumt von Rahmen aus Rollen und Streicheisenlinien; vier horizontale Balken sind mit floralen Einzelstempeln verziert. Der innerste Rahmen aus einer Puttenrolle (Pfeifer, Flötenspieler, Trommler, Läufer). Es folgt ein Monarchenrollen-Rahmen (Ferdinand, Carolus, Leo VI.) und ein weiterer Rahmen aus der Salvatorrolle. - Die Rollen sind ähnlich oder identisch mit Haebler 2, 267, 16 (Monarchenrolle) und Haebler 2, 35,5 (Salvatorrolle). Die Rollen sind außerdem auf drei etwas jüngeren Froschauer-Bänden in der Ungarischen Akademie der Wissenschaften nachweisbar (Signaturen MTAK 543-169ff). Judith Steinmann weist die Einbände Michael Schweizers Sohn Jörg und dessen Sohn Hans zu. Jörg Schweizer war von 1565 an als Buchbinder aktiv. Steinmanns Beschreibung der ungarischen Einbände in Magyar Könyvszemle 118 (2002), 225ff. - Abweichungen in der Transkription der Motivlegenden bei Haebler und Steinmann sind mutmaßlich auf Lesefehler zurückzuführen; die Jahreszahl in der Pauluslegende beispielsweise bei Haebler als "1558" gedeutet, bei Steinmann als "1550" (auch der vorliegende Einband bietet hier keine Klärung). - Die Puttenrolle nur bei Steinmann, Einbandforschung 6 (2000), 12.2 nachweisbar. --- Provenienz 1.: J.J. Tommanni, Stud. [unleserlich] (Besitzvermerk datiert 1787 auf dem vakaten ersten Blatt; Namenszug von alter Hand auf dem Vorderschnitt). - Provenienz 2.: Sal. Gutmanni Stud. Theol. 1807 (Salomon Gutmann, 1791-1857 später Lehrer und Pastor in Greifensee bei Zürich; Besitzvermerk von alter Hand auf dem vakaten ersten Blatt). - Ein handschriftliches Inhaltsverzeichnis (vielleicht von einem der beiden genannten Vorbesitzer) auf der Rückseite des vakaten ersten Blattes. --- Berieben und bestoßen; die ledernen Befestigungen der Schließenhaken etwas rissig, ein Widerhaken nur reliktisch vorhanden; die Vorsätze und Nachbarseiten fleckig, angerändert und eselsohrig. Sonst und insgesamt gutes Exemplar in attraktivem Einband.