Beschreibung:

Mitarb. zahlr. Heimatfreunde. Red.: Josef May ... Unter Beratung u. Mithilfe von Hans Menzel ... Ortspl.: Gustav Brandl ; Rudolf Schweinitzer]. 696 S., mit Illustrationen und Karten, Gr.-8° OLeinen, Bibliotheksexemplar

Bemerkung:

gut erhaltenes, ehemaliges Bibliotheksexemplar, Einband vorwiegend unbestoßen, Einband foliert und im unteren Kapital und Rücken mit Bibliotheksaufkleber, Seiten sauber und außer Bibliotheksstempel und Ausleihreiter auf hinterer Einbandinnenseite ohne Einträge, Vorsatzblatt gering knickspurig und Überreichungsaufkleber der Dr. Becker Stiftung, Marienbad (tschechisch Mariánské Lázne ist ein Kurort im Westböhmischen Bäderdreieck. Verwaltungspolitisch gehört er zum Bezirk Eger in der Karlsbader Region. Der Erste Weltkrieg bedeutete einen Einschnitt, doch ab 1920, nach der 1918 erfolgten Gründung der Tschechoslowakei, lebte die Kur wieder auf, und 1929 wurde die Rekordzahl von 41.000 Kurgästen erreicht. Bis Mitte 1931 setzte die tschechoslowakische Regierung ihre Pläne durch, die Alleinverfügungsgewalt des Stifts Tepl für Marienbad zu beseitigen. Die Bäder und Bäderanlagen wurden einer Kommission aus Vertretern des Staates, der Stadt und des Stifts Tepl unterstellt. Marienbad gehörte nach dem Münchner Abkommen und der anschließenden Besetzung des Sudetenlandes durch deutsche Truppen ab 1. Oktober 1938 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zum Landkreis Marienbad, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland des Deutschen Reichs. Der Krieg stellte eine entscheidende Zäsur dar, da er das vorläufige Ende des internationalen Besucherzuspruchs bedeutete. Die im Jahr 1884 errichtete Synagoge wurde von den Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht 1938 zerstört. Das Grundstück der abgerissenen Synagoge blieb seitdem unbebaut. Marienbad wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört. Im Jahr 1900 hatte Marienbad 4.617 Einwohner, davon waren 4.504 deutsch- und 25 (0,55 %) tschechischsprachig. Am 1. Dezember 1930 hatte die Stadt 7202 Einwohner (davon 518 (6,7 %) Tschechen), am 17. Mai 1939 7706 und am 22. Mai 1947 nur noch 6027 Bewohner. Aufgrund der Beneš-Dekrete wurde die seit Jahrhunderten angestammte, deutsche Bevölkerung 1945 enteignet und vertrieben. Ihr Vermögen wurde durch das Beneš-Dekret 108 konfisziert, das Vermögen der evangelischen Kirche durch das Beneš-Dekret 131 liquidiert und die katholischen Stadtkirchen in der kommunistischen Zeit enteignet. Anstelle der deutschsprachigen Bevölkerung wurden in der Stadt Tschechen, hauptsächlich aus Zentralböhmen, angesiedelt. Die Kureinrichtungen wurden 1946 verstaatlicht. Nach 1948 wurde Marienbad zu einem Kurort für sozialistische Arbeiter. 1952 wurde dort ein balneologisches Forschungszentrum gegründet. Nach der Samtenen Revolution 1989 und dem Zerfall des Ostblocks wurden viele staatseigene Betriebe privatisiert, darunter auch alle Kureinrichtungen, Hotels, Wohngebäude und sonstigen Betriebe in Marienbad.