Beschreibung:

Zwei Bände. 514, (6) Seiten u. 523, (2) Seiten. Blaue titel- u. rückenvergoldete Original-Leinwand-Einbände u. Original-Schutzumschläge. 15x10,5 cm

Bemerkung:

* Johann Jakob Bachofen (* 22. Dezember 1815 in Basel; ? 25. November 1887 ebenda) war ein Schweizer Rechtshistoriker, Altertumsforscher und Anthropologe, dessen Werk Das Mutterrecht als Ursprung moderner Theorien zum Matriarchat gilt. Er vertrat eine evolutionistisch orientierte Anthropologie. Johann Jakob Bachofen entstammte einer wohlhabenden Basler Familie, deren Reichtum auf verlagsmäßig organisierter Seidenbandweberei basierte. Der Vater Johann Jacob Bachofen-Merian war Bandfabrikant, die Mutter hieß Valeria Merian. 1825 ließ der Vater das östliche der beiden klassizistischen Palais erbauen, die heute das Antikenmuseum Basel beherbergen. Bis zu seiner vergleichsweise späten Heirat mit Louise Elisabeth Burckhardt (1845?1920) im Jahr 1865 lebte Bachofen im elterlichen herrschaftlichen «Domstift» an der Augustinergasse 4.[2] 1870 kaufte Bachofen das Haus «Zur St. Johanns-Capelle»[3] auf dem Münsterplatz Martin Burckhardt-His ab. Dieser ließ es 1839/41 von Christoph Riggenbach erbauen. Bachofen verstarb 1887 in diesem Haus und wurde auf dem Friedhof Wolfgottesacker beerdigt. Er fiel schon als Schüler und Student als ausgesprochen begabt auf und zeigte früh einen starken Hang zum Altertum. Er studierte ab 1834 Altertumswissenschaften an der Universität Basel und ging 1835 an die Berliner Universität. Dort hörte er bei August Boeckh, Karl Ferdinand Ranke und dem Rechtshistoriker Friedrich Carl von Savigny, den Protagonisten der idealistischen Geschichtswissenschaft, was Bachofen stark ansprach. Zudem hörte er bei Karl Lachmann und wurde stark von Carl Ritter geprägt, der ihm die Bedeutung des Verständnisses der räumlichen Gegebenheiten der alten Kulturen nahe brachte. Die Ausrichtung auf die Rechtsgeschichte war dem Einfluss Savignys zu verdanken. Sie wurde zunächst zum Mittelpunkt Bachofens Interesses. Für das Wintersemester 1837/1838 ging er an die Universität Göttingen, wo er den Juristen Gustav von Hugo und vor allem den Altphilologen und Archäologen Karl Otfried Müller kennenlernte. In Basel wurde er 1839 mit der Arbeit De Romanorum iudiciis civilibus über römische Zivilgerichte promoviert. Er erhielt in den Jahren 1839/1840 eine praktische Ausbildung in Paris, London und studierte an der University of Cambridge.... Auch bei seinen altertumswissenschaftlichen, vorrangig religionshistorischen, archäologischen, aber auch historischen Studien folgte Bachofen wie bei seinen sozio-ethnologischen Studien zum Mutterrecht weniger der faktischen Aussage der schriftlichen Quellen als seiner intuitiven Interpretation der schriftlichen und vor allem archäologischen Hinterlassenschaft der Antike. Bachofen war Vertreter der Autonomie der Wissenschaft vom Römischen Recht innerhalb des altertumswissenschaftlichen Fächerkanons. Von der Rechtsgeschichte kam er über religionshistorische Studien zur Erforschung der Mythologie. Bachofen war von der antiken Gräberwelt fasziniert, die er in einer wortreichen Sprache beschrieb. In der 1859 erschienenen Gräbersymbolik der Alten beschrieb er nicht nur einzelne Bildwerke, sondern versuchte, auch die Grabsitten in ihrer Gänze zu erfassen. Dem folgten Einzelstudien wie der Aufsatz Über die römische Wölfin auf Grabdenkmälern des Altertums oder Die Unsterblichkeitslehre der orphischen Theologie auf den Grabdenkmälern des Altertums (1867). Er arbeitete die Bedeutung von Tod, Grab und Erde in den antiken Kulturen heraus und konnte aus den Ergebnissen auch Erkenntnisse über den Beginn des Privateigentums gewinnen. Die Einsicht, dass Erde mit Mutterschaft verbunden sei, führte zum Mutterrecht. Auch die mit Franz Dorotheus Gerlach verfasste Geschichte der Römer (1851) versuchte die große Synthese aller Bereiche der Römischen Geschichte, die einen Schwerpunkt auf die Religionsgeschichte legte. In Einzelstudien untersuchte er Themenbereiche wie Hände und Würfel, das Volk der Lykier, zudem die Rolle von Bären in antiken Religionen wie überhaupt die Darstellung von Bären in der antiken Kunst. Einzelstudien betrieb er unter anderem zum Sarkophag Fortunati und der Lupa Romana. Zentral in Bachofens Forschungen war die Suche nach dem Gehalt der Werke. Hierzu erforschte er neben den schon genannten Themen etwa auch Canosiner Askoi und Sarkophagreliefs mit Meerwesen-, Protesilaos- und Alope-Darstellungen. Wenig konnte Bachofen deshalb dem in seinen Augen modernistischen, quellen- und textkritischen Geschichtsbild Barthold Georg Niebuhrs und Theodor Mommsens abgewinnen. Bachofens Buch Die Sage von Tanaquil. Eine Untersuchung über den Orientalismus in Griechenland und Italien (1870) wurde von Anhängern um Karl Meuli zur «Metaphysik der Alten Welt» erhoben, konnte sich jedoch gegen den stetig wachsenden Einfluss der Mommsenschen Geschichtsauffassung nicht im Sinne des Verfassers durchsetzen. Symbole nahm er Friedrich Creuzer folgend als Ausdruck von Weltanschauungen und nahm damit viel der späteren Kunsttheorie vorweg. Bachofens aus etwa 900 Stücken bestehende Antikensammlung ist heute Teil des Antikenmuseums Basel und somit weiterhin in seinem Elternhaus befindlich. Sie bestand aus Vasen, Lampen, Bronzen sowie weiteren Gegenständen vor allem der Kleinkunst. Dabei liess sich Bachofen unter anderem vom in Rom ansässigen Basler Bildhauer Ferdinand Schlöth beraten, den er auch damit beauftragte, eine Marmorkopie einer berühmten spätantiken Basaltbüste im Palazzo Pallavicini Rospigliosi, des sogenannten Scipio Africanus, anzufertigen (heute im Kunstmuseum Basel).[(Quelle Wikipedia)