Beschreibung:

Herbert Gerigk, Leiter der Hauptstelle Musik beim Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP. (6.-8. Tausend).. 8°. 404 SS. Gelber OLn. (Gelenke und Kapitale mit kleinen Läsuren und teils leienhaft geklebt).

Bemerkung:

"Veröffentlichungen des Instituts der NSDAP zur Erforschung der Judenfrage Frankfurt a.M".- Karl Theophil Stengel (Bodersweier 1905 - 1995 Brühl) war Chorleiter, Komponist und nationalsozialistischer Musikwissenschaftler. In der Zeit des Nationalsozialismus war er ab 1935 Mitglied der Reichsmusikkammer in der Fachschaft Musikerziehung. Zunächst arbeitete er in der Rechtsabteilung, später war er Referent für Abstammungsnachweise nach den rassistischen Nürnberger Gesetzen und damit einer der Hauptverantwortlichen für die Berufsverbote. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Stengel 1946 kurz in US-Internierung. Über seine Entnazifizierung ist nichts bekannt. Anschließend wurde er Musiklehrer und zog nach Heiligkreuzsteinach.- Herbert Gerigk (Mannheim 1905 - 1996 Dortmund) war einer der einflussreichsten Antisemiten in der Musikwissenschaft des 20. Jahrhunderts. "Gerigks bekanntestes Werk war das antisemitische Lexikon der Juden in der Musik, das er in Zusammenarbeit mit Theophil Stengel [...] herausgab. Das Nachschlagewerk sollte Veranstalter von der ?versehentlichen? Aufführung von Werken ?jüdischer? und ?halbjüdischer? Komponisten abhalten, alle jüdischen Musikausübenden erfassen, hauptsächlich aber fest in der deutschen Musiktradition stehende Komponisten wie etwa Felix Mendelssohn Bartholdy und Gustav Mahler durch Lügen und bewusst falsche Quellenauslegung diffamieren und abwerten. Auch während des Zweiten Weltkrieges nahm Gerigk eine führende Rolle in der Verfolgung der Juden ein. Er leitete das Amt Musik im Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) und insbesondere den Sonderstab Musik, der in den besetzten Ländern die Plünderung von Kulturgut und den Transport nach Deutschland durchführte. Allein im besetzten Frankreich raubten Gerigks Fahnder in zwei Jahren 34.500 jüdische Häuser oder Wohnungen aus, darunter die von Emmerich Kálmán, Darius Milhaud, Fernand Halphen, Arno Poldes, Gregor Piatigorski, Wanda Landowska. Angesichts der Vernichtungsmaschinerie des Holocaust schrieb er 1942: ?Die Frage muß aufgeworfen werden, ob es im Zeichen der Liquidierung des Judentums in Europa angebracht ist, jüdische Mischlinge als Kulturschaffende in irgendeiner Form zuzulassen.? [...] Nach dem Zweiten Weltkrieg musste sich Gerigk nie für seine Mittäterschaft beim Holocaust vor Gericht verantworten" (wikipedia).- Reihentitel verso mit hs. Widmung. Papier gering gebräunt