Beschreibung:

Faksimile der 1836 in London erschienenen Erstausgabe. Eines von 300 nummerierten Exemplaren. S. 129-228 28 x 22 cm, Halbleder

Bemerkung:

Verlagsfrisch. Nassau William Senior (1790-1864), der älteste Sohn eines Geistlichen aus Wiltshire, studierte Rechtswissenschaft an der Universität Oxford und ließ sich dann als Anwalt nieder. Von 1825 bis 1830 hatte er den hochangesehenen Drummond-Lehrstuhl für Ökonomie an der Universität Oxford inne. Senior war der erste Wirtschaftswissenschaftler, der über einen langen Zeitraum den Whigs als Berater diente. Aufgrund seiner Erfahrung wurde er in vier Königliche Kommissionen zur Vorbereitung wichtiger Gesetzesvorhaben berufen. Ab 1841 wandte er sich wieder der Wissenschaft zu, von 1847 bis 1852 erhielt er ein zweites Mal die Drummond-Professur in Oxford. Senior verkehrte in den politischen und literarischen Zirkeln Londons, unternahm zahlreiche Reisen auf dem europäischen Kontinent und korrespondierte unter anderem nahezu ein Vierteljahrhundert lang mit Alexis de Tocqueville. Seine ökonomischen Schriften umfassen Abhandlungen zur Wertlehre, zur Kapital- und Zinstheorie, über abnehmende Erträge, Rente und zur Bevölkerungstheorie. Seine Beiträge zur Geldlehre werden von Schumpeter als "brillant" und als "rein intellektuelle Leistung denen von Ricardo durchaus ebenbürtig" gewertet. In seinem ökonomischen Hauptwerk, "An Outline of the Science of Political Economy" (1836), umreißt Senior die Hauptlinien jener Wissenschaft, "die das Wesen, die Produktion und die Verteilung des Reichtums behandelt". Er übernimmt damit Ricardos Gedanken von der politischen Ökonomie als der Wissenschaft des Reichtums und seiner Verteilung, die letztlich dazu dient, jedem einzelnen die größtmögliche Menge an Reichtum zukommen zu lassen. Senior spricht der Ökonomie das Recht ab, Ratschläge an die Wirtschaft zu erteilen; politische Erwägungen trennt er sehr deutlich von der ökonomischen Analyse und unterscheidet die theoretische von der praktischen Nationalökonomie.