Beschreibung:

681 Seiten : Illustrationen ; 22 cm, 788 g. Festeinband.

Bemerkung:

Neues Exemplar - In Der Liebe und dem Leid erzählt Rainer Herrn erstmals die wechselvolle Geschichte dieser berühmten Institution. Er stellt die Protagonisten vor, die sie prägten, schildert die Kämpfe um die Abschaffung des "Homosexuellenparagraphen" 175, folgt den Schicksalen der Menschen, die im Institut Hilfe suchten, und lässt, wie nebenbei, den Geist der Weimarer Republik lebendig werden. -- Als Magnus Hirschfeld 1919 sein Institut im Berliner Tiergarten eröffnete, schien der jungen Disziplin der Sexualwissenschaft die Zukunft zu gehören. Die umfangreiche Bibliothek, die vielfältigen Sammlungen, Beratungs- und Therapieangebote lockten Patienten und Besucherinnen aus der ganzen Welt an. Menschen aller Schichten konnten sich vor Ort über Empfängnisverhütung oder den Schutz vor Geschlechtskrankheiten informieren. Doch das Institut sollte lange die einzige Einrichtung mit dem Ziel bleiben, das Thema Sexualität in seiner ganzen Breite zu behandeln. Hirschfeld und seine Mitarbeiter waren dabei stets Anfeindungen durch politische und wissenschaftliche Gegner ausgesetzt, die 1933 in der Plünderung des Instituts durch die Nationalsozialisten und seiner Schließung mündeten. -- Inhalt: Auf dem Weg zum Institut -- I. Aufbruch -- Ein Konzept wird umgesetzt (1919-1922) -- Zwischen Lehranstalt und Propagandazentrale. Der Kampf um die (akademische) Anerkennung -- Sexualtherapie mit dem Skalpell. Umpolung und Verjüngung - die "Steinachoperation" -- Vermessung der Leidenschaft. Konstitutionsforschung -- Vereint gegen die Strafrechtsreform. Der Aktions-Ausschuss -- "Die Ärzte werden die Richter der Zukunft sein". Gutachterliche Strategien -- II. Ernüchterung -- Inflation, Anerkennung und Selbsterhaltung (1923-1925) -- "Eros im Museum". Gesammelte Leidenschaften -- Eugenik, Familienplanung und das Recht der Lust. Die Ehe- und Sexualberatung -- Homosexualität und das Gesetz. Der Preis des Freispruchs -- Bündnis auf weiter Front. Das Kartell für Reform des Sexualstrafrechts -- Unordnung der Geschlechter I. Transvestiten und Hermaphroditen -- Pille, Placebo, Psychotherapie. Medikamentenentwicklung -- III. Umbruch -- Von der Sexualwissenschaft zur Sexualreform (1926-1928) -- Aufklärung für die Massen. Verhütung, Abtreibung und die "Frageabende" -- Vom Gegenentwurf zur Gegengründung. Die Weltliga für Sexualreform entsteht -- "Pubertätskrisen". Jugend vor Gericht -- Ladung, Hemmung, Widerstand. Die therapeutische Wende -- IV. Entscheidung -- Persönliche Angriffe, politische Erfolge, substanzielle Verluste (1929-1933) -- Sieg und Niederlage. Hirschfelds Rückzug aus der Homosexuellenbewegung 385 -- Sinnkrise und Neuerfindung. Die Popularisierung der Sexualwissenschaft -- Unordnung der Geschlechter II. Der Wunsch nach operativer Angleichung -- Forensischer Perspektivwechsel. Der "Fall Lieschen Neumann" -- Im Wartestand. Die letzten Jahre -- V. Auslöschung -- Ein Feindbild wird vernichtet -- Die Schicksale der Institutsmitarbeiter. ISBN 9783518430545