Beschreibung:

78, (2 weiße) Seiten. Unbeschnitte Lagen. 8° (20 x 12,5 cm). Roséfarbiger Interimsumschlag der Zeit.

Bemerkung:

Erste Ausgabe, grundlegende und programmatische Schrift zu Reichs origineller Fiebertheorie; selten und später mehrfach aufgelegt. - Absolut unbeschnittenes Exemplar, der Interimsumschlag (aus der "Franzosenzeit") auf der Innenseite mit gedruckten Anweisungen zur Verproviantierung der Bevölkerung während der Belagerung von Straßburg. Blattränder etwas lappig und mit Knickspuren, Papier gelegentlich etwas fleckig. - Gutes und sauberes Exemplar, im originalen Verlags-Auslieferungszustand. - ADB XXVII, 611. - Hirsch/Hübotter IV, 749. - Callisen XV, 424 + XXXI, 391. - Reich (geb. 1769 auf dem Jagdschloss Kaiserhammer, gest. 1848 in Berlin) studierte ab 1788 an den Universitäten Jena und Erlangen Medizin. Die Promotion erfolgte in Erlangen mit der Dissertation Brevis epidemiae variolosae Arzbergensis anni 1791 delineatio 1793. Bereits ein Jahr später erhielt er dort eine außerordentliche Professur für Medizin. In diese Zeit fallen einige Übersetzung ins Deutsche, so zum Beispiel eine Abhandlung über Beinbrüche von John Aitkin. - Ganz besonderes Aufsehen erregte R. in der damaligen Gelehrtenwelt durch Aufstellung einer neuen auf chemiatrischen Grundsätzen beruhenden Fiebertheorie, die darin gipfelte, dass alle Fieber und fieberhaften Zustände im Körper vom Mangel des Sauerstoffs und der Vermehrung des Stickstoffs herzuleiten seien und dass demzufolge die ihnen angemessene Heilart in der Anwendung von Säuren, besonders aus dem Mineralreich, in möglichst starken Dosen, bestehe. Diese brachten ihm 1799 einen Ruf an die Charité in Berlin ein, wo er unter anderen neben Christian Gottlieb Selle und Johann Ludwig Formey einer Kommission angehörte, die im Auftrag der preußischen Regierung die Richtigkeit der Fiebertheorie überprüfen sollte. Reichs Forschung fand Bestätigung und ihm wurde eine Pension von 500 Thalern zugebilligt sowie das Recht in Berlin medizinische Vorlesungen zu halten. Reich wurde am 24. September 1800 unter der Präsidentschaft des Mediziners und Naturforschers Johann Christian von Schreber mit dem Beinamen Metrodorus IV. unter der Matrikel-Nr. 1014 zum Mitglied der Kaiserlichen Leopoldinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher gewählt. 1809 erfolgte die Ernennung zum Professor der Medizin an der neugegründeten Universität, an welcher er bis zu seinem Tod tätig war (nach ADB).