Beschreibung:

in qua non solum De Constitutionis seu Ordinationis ipsius Origine Maximiliano I. verosimiliter a Goldasto adscripta disseritur, proiecta Comitialia de ann. MDXXI. Wormatiae et MDXXIX Spirae, hactenus inedita, ex Archivis producta, sedulo cum singulis Articulis Ordinationis in Comitiis Ratisponensibus ann. MDXXXII. publicatae conferuntur, verum etiam ipsi textus luculenter exponuntur. Omnibus tam in usum academicum quam forensem conscriptis editio quinta castigatior et praeter addita perspicua summaria opere ipso in iure locupetior.. 8vo. Tb. in Rot-Schwarz-Druck, 19 Bll., 872 S., 24 Bll. Zeitgenössischer Ganzledereinband auf 4 Bünden geheftet mit marmoriertem Schnitt.

Bemerkung:

Ein Meilenstein der Strafrechtsgeschichte! - "Der erste wirklich gute Commentar zur Carolina... Als geschichtlich wertvoll ist bei dieser Arbeit namentlich die Vergleichung der ersten Entwuerfe von 1521 und 1529 zu ruehmen" (vgl. Stintzing-L. III, 143). Kress (1677-1741), Schüler von Stryk und Thomasius, lehrte Kress Zeit seines Lebens an der Universität Helmstedt, an die er auf Vermittlung von Leibniz berufen worden war. Der im Jahre 1721 erstmals erschienene Kommentar, der bis zum Ende des 18. Jahrhunderts insgesamt 7 Auflagen erfuhr, gilt als erster Carolina-Kommentar von wissenschaftlichem Rang, der durch die historischen textkritischen Arbeiten, insbesondere der Vergleich der ersten Entwürfe der Carolina (1521 und 1529) zusätzlich herausragte. Der Kommentar bildet einen Meilenstein in der Entwicklung des deutschen Strafrechts. "Vieles und doch auch so viel Unvollendetes brachten die Editionen unserer endlich veröffentlichten Constitutio criminalis hervor, einerseits mit den hinzugefügten Anmerkungen der Rechtsgelehrten, andererseits aber auch ohne jeglichen Apparat, gewissermaßen nackt, sowie die Constitutio selbst am Regensburger Reichstag, im Jahre 1532, für das Deutsche Reich verabschiedet worden ist" beginnt Kress seine 'praefatio ad lectorem', die zunächst der zweiten Ausgabe, später auch der vierten überarbeiteten Ausgabe vorangestellt worden ist. Darin gibt Kress einen Überblick über die Druckausgaben der Carolina, deren erste 1533 bei Ivo Schöffer in Mainz erschienen ist. Anschließend gibt Kress einen Überblick über die Kommentare zur Constitutio Criminalis. Was Blumblacher, Professor in Salzburg, gefordert hatte, nämlich einen neuen Kommentar zu veröffentlichen, formuliert Kress selbst in seinem Vorwort: "Weil nehmlich die bißherigen Remus, Zieriz, Bullaeus, kurtz und klein, auch nicht teutsch, und ein teutscher Commentarius sehr verlanget würde... Von allen wegen seiner Sorgfalt gelobt ragt unser Clasenius heraus, dessen Kommentar, nach dem Tode des Mannes von der Universität Julia in höchsten Tönen gelobt, erstmals im Jahre 1684 von Minner herausgegeben worden ist. Und schließlich neulich in Leipzig gedruckt worden ist..." (Kress). Bei Kress ist der jeweilige Artikel der Carolina in der Legalordnung und in der urprünglichen deutschen Sprache vorangestellt. Danach folgt die Darstellung jedes Artikels im Vorentwurf zur Carolina. Danach erst schließt sich unter dem Stichwort 'notae ad articulum' der wissenschaftliche Kommentar an. Johann Paul Kress (1677-1741): 1677: geboren zu Hummelshahn im Voigtlande am 12. Februar 1706: Promotion zum Dr. iur. utr. nach Rechtsstudium in Jena und Halle, dort Schüler von Thomasius und Stryk 1710: in Wien Bekanntschaft mit Leibnitz 1712: auf Empfehlung von Leibnitz Professor der Rechte in Helmstedt 1730: Senior Professor der Fakultät 1732: Ordinarius der Fakultät 1741: gestorben am 23. November

Erhaltungszustand:

(St.a.T., Deckeln u. Fußschnitt, insgesamt aber schöner Zustand mit sehr frischem Papier).