Beschreibung:

De universa huius operis ratione, differetur in subiecta Praefatione. [übs. v. Sante Pagnini (AT) u. Theodor Beza (NT)]. Mit 4 Faltblättern (= Karten u. 1 Holzschnittillustration), 20 Textholzschnitten u. 3 Holzschnittkarten.. 8°. 12 nn., 981 num., 11 nn. Bll. Blindgeprägter Schweinsleder d. Zt. auf Holzdeckeln m. 6 Bünden u. 1 (von 2) erneuerten gedrehten Schließe

Bemerkung:

VD 16 B 2668. Sehr seltene Bibelausgabe, laut KVK in Deutschland in nur 10 Bibliotheken, Staatsbibliothek Berlin mit Kriegsverlust. Auf keiner Nachkriegsauktion! In ähnlicher Ausstattung erschien 1600 eine Ausgabe in Frankfurt von Z. Palthenius für S. Selfisch. - Allein 9 Textabbildungen befinden sich im Exodus und befassen sich mit Darstellungen von Altarornamentik (7-armiger Leuchter, Altargestaltung etc.). Im Buch der Könige finden sich 7 Abbildungen zur Tempelarchitektur und Kultgegenständen. Im Buch Baruch wird in einer ganzseitigen Abbildung die Vision Ezechiels dargestellt. Das Neue Testament kommt ohne Illustrationen aus, bis auf eine der Apostelgeschichte vorgeschaltete hübsche kleine Faltkarte des östlichen Mittelmeers und Israel in der Aufteilung der Stämme. Interessant ist die an sich lateinisch beschriftete Karte, in der sich 3 deutsche Benennungen finden: "Der Berg Libanon", "Das Gebirg Abarim" und "Das Salz Meer". - Der rückseitig 1592 datierte Einband für Ladislaus (oberes Namensfeld) Kata.. (unteres Namensfeld 2-3 Buchstaben am Ende unleserlich). Die schönen Mittelplatten der Einbanddeckel in der Einbanddatenbank (EDB) online nicht auffindbar. Ohne auf den benutzenden Buchbinder einzugehen beschreibt jedoch Joh. Salomo Selmer in seiner Geschichte der Formschneidekunst in Teutschland (1782, S.156 f.) diese beiden Platten sehr liebenswürdig: "Das Mittelbild ist ein Oblongum, worauf unten die Bildung der Eva von Gott aus der Ribbe des schlafenden Adams, und drüber der Sündenfall und die Austreibung der ersten Eltern, durch einen Engel mit einem grossen Schwerte, abgebildet ist. Unter dieser Abbildung stehet / Got nam ein Rib aus Adams Leib / Und bauete daraus [im] ein Weib. / Die andere Aussenseite des Bandes hat das jüngste Gerichte. Der Richter sizet in Wolken und hat eine Weltkugel zu den Füssen. Zur Linken seines Hauptes ist ein Schwert, und zur Rechten ein Palmzweig. Ihm zur Seiten sind 2 Personen, die vor ihm knien und die Hände falten. Unter ihm sind zur Rechten die Frommen vorgestellet, die in Begleitung eines Engels in Himmel eingehen; zur Linken aber die Hölle, und Teufel mit Peitschen und Ruthen. Unterschrift: Eunt quo bona egerunt in vitam. Qui vero mala in ingnem [sic!] eternum. Die übrigen Zierraten in den Linien sind die gemeinsten und nichts bedeutende." Diese "Zierraten sind dennoch neben Rankenwerk auch runde Porträts von teils gekrönten Häuptern. Die Unterschrift im Mittelteil des Hinterdenkel s nur schwer entzifferbar. - Die gefaltete Ansicht des Tempels (nach Ezechiel) mit kleinen Randläsuren, die gefalt. Karte des östlichen Mittemeeres mit 2 größeren Einrissen, fast durchgehend mit zahllosen zeitgenössischen Unterstreichungen in brauner Tinte. Die erste Lage fast lose.

Erhaltungszustand:

(Kapitale abgerieben, Ecken etwas abgestoßen, ebenso teils an den Kanten, Bünde etwas berieben, etwas braunfleckig).