Beschreibung:

Welche vormahls in besondern Tractaten heraus gegeben, nunmehro aber in ein Werck zusammen gezogen, samt der Anno 1713 zu Wienn in Oesterreich fürgewesenen Contagion, mit denen dargegen gemacht- und beschriebenen Veranstaltungen.. Gr.-4° (ca. 31 x 22 cm). Mit 1 dblg. Kupfertafel (Sal. Kleiner del.; Hieron. Sperling sculpsit). 4 Bll., 92 SS., 12 Bll., SS. (93)-289 (recte 285) SS. Ldr. d. Zt. auf 7 Bünden mit Rvg. und goldgepr. Rtitel (bestoßen, Rvg. tlw. abgeschabt. Ecken und Kapitale mit Läsuren, oberes Kapital mit Papierstreifen überzogen).

Bemerkung:

Erste Ausgabe dieser Sammlung. Es wurde darin einleitend betont, dass neben der "Geistlichen Mittel" wie sündenfreies Leben, Gebet und Buße auch "medicinalische Gegen-Mittel" helfen könnten. Man sah in der Krankheit eine Strafe Gottes. Der Kaiser beschränkte die Öffnungszeiten von Gasthäusern, Bierschänken und Weinkeller, um das Laster der Trinksucht einzudämmen. Unhygienische Straßen, der Gestank verwesender Tierkadaver oder übelschmeckende Lebensmittel wurden als Ursache angenommen. Von einem anklebenden Pestgift ist die Rede, das mehrere Wochen in einem schlummern kann, ehe die Krankheit ausbricht. Personen, die aus "pestsüchtigen Orten" kamen, durften daher die Stadt 40 Tage lang nicht betreten. Quarantäne, damals Kontumaz genannt, war neben der Meldepflicht eine der Maßnahmen.- Das prächtige Kupfer zeigt die Karlskirche, deren Erbauung auf ein Gelübte Kaiser Karls VI. zurückgeht. Am 22. Oktober 1713, während der letzten großen Pestepidemie gelobte Kaiser Karl VI. im Stephansdom, eine Kirche bauen zu lassen. Sie sollte seinem Namenspatron, "Karl Borromäus", geweiht sein, der auch als Pestheiliger gilt. Durch das kaiserliche Versprechen sollte die Seuche beendet werden. Die Pest war dann 1714 erloschen.- Die SS. 185-88 in der Paginierung übersprungen. Papier unterschiedlich gebräunt und braunfleckig. Innendeckel mit Exlibris: Bibliothek Ignaz Dörfler.

Erhaltungszustand:

Lesky 496. Slg. Mayer 2975. Blake 345.-