Beschreibung:

(Mit handkolorierter Titelvignette u. 10 handkolorierten Illustrationen nach Zeichnungen von Ernst Stern sowie einer Tfl. 'Die Königin der Nacht' in Duoton.) -. 261 Ss., 1 Bl.; II Ss., Ss. 231- 261, 1 Bl. 8°. Br. mit Rücken- u. Deckeltitel sowie koloriertem Deckelbild u. Br. mit Deckeltitel u. Umrißzeichnung in neuer dunkelbrauner Pp.-Kassette mit goldgeprägt. Titel auf grünem Rückenschild (Broschuren unbeschnitten, etw. angestaubt u. angerändert, Rücken mit Knickspuren u. winzigen Fehlstellen im Bezug, etw. gebraucht).

Bemerkung:

ERSTE AUSGABE der Illustrationen. - Nr. 888 von 1050 numerierten Exemplaren, das separate Nachwort eins von 200 Exemplaren. - Mit gedruckter Widmung: "Georg Ellinger / dem Entdecker des Knarrpanti / dargebracht", der die 1822 beschlagnahmten zensierten Manuskriptseiten 1906 im Geheimen Preußischen Staatsarchiv entdeckte und veröffentlichte. - Erzählung von E.T.A. Hoffmann (1776-1822), zuerst erschienen 1822. "Der Autor nennt sein vielschichtiges Werk die 'phantastische Geburt eines humoristischen Schriftstellers. Ironisch verwendet er Erzählgut des romantischen Märchens und verschränkt auf komische, aber auch allegorische Weise die Welt der Blumenprinzessinnen und Edelprinzen mit der Alltagswelt Frankfurter Bürger. Dem scheinbar willkürlichen Zusammenhang liegt jedoch ein tieferer humoristischer Sinn zugrunde. ... Als humoristischen Schriftsteller, 'der die Gebilde des wirklichen Lebens nur in der Abstraction des Humors wie in einem Spiegel auffassend reflectirt', bezeichnet sich Hoffmann in seiner poetologisch bedeutsamen Erklärung zu den gerichtlichen Anschuldigungen des preußischen Polizeidirektors v. Kamptz, der in der sogenannten Knarrpanti-Episode des Märchens eine persönliche Satire auf sein Vorgehen in der Demagogenverfolgung sah. Der Text wurde von der Zensur gekürzt - trotz des Autors beredter Argumentation für die Autonomie des Kunstwerks ... Erst im Jahre 1908 wurde die Knarrpanti-Episode wieder in den Text eingefügt." (KNLL VII,955 f.). Das Nachwort satzidentisch mit der Buchausgabe als Privatdruck für die Freunde Hans von Müller, erweitert um eine Tafel 'Königin der Nacht' von Johann Habner: "Diese vanille-duftende, goldgelb-und-weiße Blume (von E.T.A. Hoffmann Cactus grandiflorus genannt) haben wir uns also am Schlusse des Märchens mit der lila-und-gelben Tulpe im Liebestode vereinigt zu denken." (Vorwort S. II). - "Kaum ein Künstler hat Hoffmanns Werk mit so viel überschäumender Phantasie und skurrilem Humor illustriert wie Ernst Stern (1876-1954). ... Die Zeichnungen sind voller Unbeschwertheit, ironischer und erotischer Anspielungen. ... Meist sind nicht mehr als zwei Figuren dargestellt, die wie schwungvolle Arabesken in die Fläche geschrieben sind. Die Kolorierung ist Teil des Bildwitzes. Ungebrochene und leuchtende Farben finden sich neben reinen Umrißlinien und ausgespartem Weiß. ... Es gibt violette, grüne, rote und weiße Menschenkörper, grüne oder goldgelbe Haare, gelbe Arme und Beine. Die Farbgebung ist als Verfremdungseffekt verwandt und entspricht der Phantastik der dichterischen Vorlage." (Riemer Ss. 28 u. 28). Stern war Mitarbeiter der 'Jugend' und des 'Simplicissimus', Mitglied des Kabaretts 'Die elf Scharfrichter'; für Max Reinhardt schuf er in den Jahren 1906-1920 Bühnenausstattungen. - Riemer S. 235. - Ries S. 904, 2. - Sennewald S. 222 08,5. - Voerster 805. - Gedruckt in der Druckerei für Bibliophilen zu Berlin. - Breitrandiges, unbeschnittenes Exemplar. - Beilage: 200 Jahre E.T.A. Hoffmann (24.1.1776-26.6.1822). Ausstellung aus Beständen der Bibliothek und aus Privatbesitz. Bearb. vom Fachreferat Bremensien unter Mitarbeit der Fachreferate Germanistik u. Geschichte II. Bremen: Universität Bremen, Bibliothek 1976. 24 nn. Bll. 8°. Illustr. Br. (gebräunt). = Veröffentlichungen der Abt. Gesellschaftswissenschaften 6. - Darin enthalten: Ellinger, Georg: Das Disziplinarverfahren gegen E.T.A. Hoffmann. (Nach den Akten des Geheimen Staatsarchives). Nachdruck aus: Deutsche Rundschau. Hrsg. von Julius Rodenberg. Bd. CXXVIII. (Juli-September 1906). Ferner mit einer Bibliographie von D. Frost.