Beschreibung:

4°. Gest. Titel mit breiter figürl. Bordüre (Fürck Sebastian fec.), 3 Bll. (Titelei), 349(1) S., 11 Bll. (Register), 313(1) S (Liber secundus), 8 Bll. (Reg.). Pergamentband der Zeit mit durch den Falz gezogenen Pergamentriemchen, schrägen Deckelkanten, Rückenbeschriftung v. alter Hand und umseit. zweifarb. Sprengschnitt. Einbd. etw. berieben, angeschmutzt u. stellenw. fleckig, vord. Vorsatz m. mehreren, z.Tl. überklebten Sign. v. alter Hd.; ersten Ss. etw. abgegriffen, im Text tlw. gebräunt, aber insgesamt sauber und gut. Graesse V, 117; VD17 14:630860N; Sabin 58411 (zur Ausg. 1629). Seinerzeit beliebtes Kompendium über Erfindungen, Entdeckungen und andere bemerkenswerte Dinge in der Antike und in der Neuzeit. Beschrieben werden Edelsteine, Alchemie, Destillierkunst, Uhren (darunter Sonnen- und Wasseruhren), Theater, Turniere, Bibliotheken, Musik, Pferde u. a. Im zweiten Teil ein langes Einleitungskapitel über Amerika, wichtig wegen der Bemerkungen über die Verwendung der Bezeichnung Novus orbis - Neue Welt. Verfasst von Guido Panciroli (1523-99), der Professor der Rechtswissenschaft in Turin und Padua als auch fruchtbarer Schriftsteller war. "...um einer Aufforderung des Herzogs Karl Emmanuel zu genügen, und zwar zwischen 1580 und 1582, verfasste P. zwei Bücher rerum memorabilium, in deren erstem er von den den Alten bekannten, aber untergegangen Kunstfertigkeiten, im zweiten aber von den Entdeckungen handelte, welche wir ausschließlich der neueren Zeit verdanken. Abschriften dieses italienisch geschriebenen Buches verbreiteten sich mehrfach; eine derselben kam 1596 durch Camerarius an Salmuth, welcher es, in das Lateinische übersetzt und mit Anmerkungen begleitet, zu Amberg in der Oberpfalz 1599 in Octav herausgegeben. Später oft wieder abgedruckt...hat dies Büchlein auch spätern Curiositätensammlungen ähnlicher Art zur Grundlage dienen müssen." (vgl. dazu: Ersch, Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste. S. 311). - Die vorliegende Ausgabe ist zugleich ein interessantes Dokument für die Geschichte des Buchdrucks, da die Figurenbordüre des Titels im unteren Bereich eine Druckerei-Szene mit einem so genannten Anagnostes (Vorleser) zeigt und als Beweis für dessen wirkliche Existenz angeführt wird. "This new evidence consisted in a plate found in one of the editions of Panciroli's work mentioned above, representing the interior of a Frankfort printing-office in the year 1660, as indicated by the Roman numerals at the head. M. Madden points out, that in the background are two compositors at work without copy or copyholder (visorium), and explains this by the presence in the right hand top corner of a figure holding a manuscript, which, M. Madden assumes, he is reading aloud to the compositors ..." (Bigmore/Wyman II, 112 ausführl.).