Beschreibung:

Cum notis integris Scaligeri, Barthii, Daumii; scholiis atque animadversionibus selectis Erasmi, opitii, wachii; et metaphrasi Graeca planudis et Scaligeri. Quibus accedunt Boxhornii dissertatio, et Henrici Cannegieteri rescripta Boxhornio de Catone; Nec non Joan. Hild. Withofii dissertationes binae de distichorum auctore et vera illorum lectione. Recensuit, suasque adnotationes addidit Otto Arntzenius.. 8vo. Titelkupfer, Tb. in Rot-Schwarz-Druck mit Vignette, 4 Bll., LXXVI, 578 S., 18 Bll. (Indices). Schöner Schweinsledereinband mit Deckel- u. Rückenprägung, Rückentitelschild sowie schönem Rotschnitt.

Bemerkung:

Zweite Ausgabe von Arntzenius, die Erstausgabe erschien 1735. - Die "Disticha Catonis" sind eine lateinische Sammlung moralischer Sinnsprüche, die z. B. die Bescheidenheit, die Geduld oder die Langmut zum Gegenstand haben. Die Autorschaft ist eigentlich unbekannt, wird aber gerne dem älteren Cato zugeschrieben, der als Inbegriff moralischer Autorität galt. Die "Disticha Catonis" erfreuten sich im Mittelalter größter Beliebtheit, frühe Ausgaben stammen von Erasmus (Löwen 1517) und Scaliger (Leiden 1598). Sie wurden gerne im Lateinunterricht behandelt, wodurch man den Schülern gleich einen moralischen Kompass zur Hand geben konnte. Die vorliegende Ausgabe von Otto Arntzenius (1703-1763), einem niederländischen Schulrektor, enthält mehrere "praefationes", den lateinischen Text, begleitet von den entgegengesetzten Übersetzungen ins Griechische von Scaliger und Planudes, einem sehr ausführlichen Kommentar und den "variantes lectiones". Arntzenius hat in der zweiten Ausgabe seine Anmerkungen erheblich vermehrt. Auf den letzten 228 Seiten hat Arntzenius 3 Arbeiten der Professoren Marcus Zuerius Boxhorn (Universität Leiden), Hendrik Cannegieter und Johannes Hildebrand Withof (Duisburg) aufgenommen, die jeweils abweichende Thesen über die Autorschaft der "Disticha Catonis" darlegen. Boxhorn vertrat die These, der Autor sei ein spätantiker Christ gewesen. Dagegen versuchte Cannegieter zu beweisen, das der Autor Heide in der Zeit vor der Herrschaft Konstantins des Großen gewesen sein musste. Withof datiert den Autor in die Zeit nach Konstantin, in die Mitte des 4. Jahrhunderts, in die Zeit vor dem Regierungsantritt Kaiser Valentinianus I. - Vgl. Brunet 1, 1668; Graesse 2, 82; Ebert 3736.

Erhaltungszustand:

(älterer St.a.T.).