Beschreibung:

4°. 45 nn Bll., 240 Bll., 1 nn Bl. Blindgeprägter Schweinslederband wohl des 17. Jhdts. über Holzdeckeln mit 2 Schließen (nur eine funktionstüchtig) mit reicher Stempel- u. Rollenblindprägung u. hs. RSch.

Bemerkung:

VD 16 N 2029. Stobbe II, 297 ff. Lentner 9492. Erste Ausgabe der "neuen" Reformation, der letzten, gegenüber der "alten" (1484 und später) stark veränderten Kodifikation des Nürnberger Stadtrechts. Stobbe beschreibt, dass man die Mängel der älteren Ausgabe "verbesserte und besonders darauf ausging, die Bestimmungen in grösserer Übersichtlichkeit und besserer Ordnung zusammenzustellen". Das Stadtrecht ist der Prototyp der späteren großen Privatrechtskodifikationen. Im Stadtrecht wird in nuce eine bürgerliche Rechtsordnung erprobt, die später im Code civil oder im BGB auf nationaler Ebene verwirklicht wird. - Mit der meist fehlenden blattgroßen Allegorie von Res publica, Justitia, Pax, Liberalitas und Concordia mit der Ansicht der Nürnberger Burg im Hintergrund. Und mit der doppelblattgroßen Tafel, die einen "Baum der Sippschaft" zeigt (etwas knapp beschnitten). Der prachtvolle Titelholzschnitt (etwas schief gedruckt) sowie das Allegorie-Blatt (Res Publica, Iustitia, Pax und Liberaltas) sind beide von dem Monogrammisten M. S. - Zum Einband: Die schönen Stempel u.a. mit der Unterschrift "Ecce virgo concipi et" stimmen mit keinem dargestellten Stempel in der Einbanddatenbank der Stabi Berlin überein. - Vor dem Titel angebrochen, ansonsten innen bemerkenswert frisches und fast fleckenfreies Exemplar.

Erhaltungszustand:

(etwas fleckig u. berieben, eine Ecke mit kleinem Bezugsverlust, Hinterdeckel mit kleinem Einschnitt im Bezug, bei der oberen Schließe fehlt ein Teil der Halterung für den vorhandenen Schließenbügel).