Beschreibung:

XXIII, 304 S. Originalleinen.

Bemerkung:

Papierbedingt leicht gebräunt. - Die hohe Bedeutung der Architektur und dekorativen Plastik in der Erscheinung der italienischen Landschaft bringen die Bilder in Hielschers »Italien« außerordentlich klar und eindringlich zur Anschauung, wie von den mannigfaltigen über das ganze Land verstreuten Resten der Antike, so auch von den Bauten vom Mittelalter bis zum Ausgang der Barockzeit. Von dem Aufblühen der Städte geben die mächtigen Dome aus romanischer und gotischer Zeit das großartigste Zeugnis: von der halb byzantinischen Markuskirche in der einzigartigen, aus dem Meere herausgewachsenen Stadt in der Nordostecke Italiens bis zu den zierlichen, halb maurischen Domen der Normannen in Süditalien und Sizilien. Zu den bescheidenen Kirchen von Florenz aus früher deutscher Kaiserzeit mit ihren vornehmen Fassaden aus zweifarbigem Stein bilden in ganz Nord- wie in Süditalien die zahlreichen wuchtigen, mit derber Plastik überladenen romanischen Kirchen einen bedeutsamen Gegensatz. Die Zisterzienser brachten die französische Gotik nach Italien, wo sie alsbald durch den vom hl. Franziskus erweckten Bettelorden zu einem eigenen großräumigen italienischen Stil ausgebildet wurde. Der Ehrgeiz und Wetteifer der großen Städte suchte allerorten die Kathedralen in diesem neuen Stil so kolossal und reich wie möglich auszubauen, wodurch sie zum Teil unfertig blieben oder mit plastischem Stuck so überladen wurden, daß z. B. der Dom zu Mailand wie ein Wald von Statuen erscheint. Gleichzeitig überboten sich die Bürger Mittelitaliens, zu ihrer Sicherheit wie zum Prunk, im Bau hoher Türme auf ihren Häusern, die dem Stadtbild fast das Aussehen modernster amerikanischer Wolkenkratzerstädte gaben.