Beschreibung:

129, (1) Seiten, (2) Seiten Druckfehler. Kl.-8° (16,5 x 11 cm). Schlichter grauer Pappband der Zeit.

Bemerkung:

Seltene antihegelianische Parodie in Dramenform, zugleich sehr frühes Werk des Autors (allerdings nicht sein Erstling, wie Kaldewey in Hêhres & Triviales 3, 28 angibt), im Zusammenhang mit dessen "Antäus" entstanden. - Holzmann/Boh. Pseud. 121. - Eymers 119. - Steinhauer 0988. - Taschengoedeke 181. - Ziegenfuss I, 424. - NDB VII, 235f. - Jahn, Philosophen 249f. - Schriftstellerlex. 3/834, 3. - O.F. Gruppe (1804-76), Altphilologe und Philosoph in Berlin, war einer der prominentesten Gegner des seinerzeit dominierenden Hegelschen Systems. - Fritz Mauthner, der Gruppe als Philosophen hoch schätzte, urteilte eher abschlägig über vorliegendes Werk: "Ein stellenweise lustiger, fachsimpelnder Bierkult [?] Gruppe wagt es, ganze Paragraphen aus Hegels Enzyklopädie wörtlich in seine Posse aufzunehmen, und Hegels Prosa wirkt mitunter komischer als die erdichtete Parodie; auch will es mir scheinen, als habe Gruppe an einigen Stellen den mündlichen Vortrag Hegels wirksam parodiert [?] Am Besten gelungen ist noch die Verhöhnung des Hegelianers Gans (der Schankwirt Aaron Ganz), dessen Söhne lernen müssen, im Sinn des Systems ihr Gespienes wiederzuschlingen [?] Allerlei weitere Anspielungen auf die Hegelianer Henning, Hinrichs, Hotho, Mussmann, Werder und andere?" (Die Zukunft XXII, 314ff.) - Auch Goethe schimpfte: "Gegen Hegel ist ein schlechtes Buch erschienen. Es heißt Die Winde. Dünste eines schlappen Magens. Man hatte es mir witzig genannt und ich habe mich durch einige vierzig Seiten gequält, bin aber eingeschlafen [?] Hegel hat es auch angesehen und mein Urteil darüber schien ihm tröstlich" (an Zelter, Mai 1831). - Fichte hingegen in Menzels Literatur-Blatt (9.9.1831, No. 92): "Eins der geistreichsten Produkte der neuern satyrischen Poesie, ein aristophanisches Lustspiel, trefflich angelegt und durchgeführt". - L. Hirschberg in ZfB 8, 30 bescheinigt Gruppe begeistert, er habe "mit glücklichem Geschick eine brennende Tagesfrage in anmutiger Form auf das Tapet gebracht [...] noch heute mutet das Werckchen den Leser freundlich an [...] aber nicht die zahlreichen Persiflagen auf Hegel und die Hegelianer sind das eigentlich Wertvolle..., sondern vielmehr die lyrischen Intermezzi. Die Chöre der Winde, der Wellen und der Sterne, namentlich aber der Geister des Schlafs sind von einer wundervollen Zartheit und Innigkeit des poetischen Ausdrucks. Und wenn die Schlummer-Genien ihr sanft murmelndes Wiegenlied singen ... wahrlich ein echtes Stück romantischer Sommernachtstraum-Poesie" (zit.n. Kaldewey). - Einband etwas berieben und fleckig, Ecken bestoßen. Vorderer Schnitt mit kleinen Tintenfleckchen. - Innen leicht gebräunt, vereinzelt gering braunfleckig. - Gutes Exemplar. - Vorderer fliegender Vorsatz recto mit szenischer Weiterführung der Dichtung aus der zeitgenössischen Feder eines Vorbesitzers, anknüpfend an Seite 103, und verso mit Hinweisen auf den Autor und auf Exner, Die Psychologie der Hegelschen Schule, 1842 ("ein starker Streich gegen die Hegelsche Schule").