Beschreibung:

Kl.-8°. 1 w. Bl., Titel, 2 Bll., 1 w. Bl., 73(1) S. (S. 63/64 = doppelt paginiert), 2 w. Bll., 28 S., 2 w. Bll., 247(1) S. Überlapp. Perg. mit handschriftl R.-Titel u. Ganzrotschnitt

Bemerkung:

Schweiger I, 163 (Homer). Adams H 810. - Erstausgabe von Henricus Stephanus von drei antiken Werken der griechischen und römischen Literatur, die hauptsächlich von Homer und Vergil inspiriert wurden. Zu Beginn mit dem Text des Stephanus (Estienne) an seinen Freund Johann Cratonis von Craftheim (1519-1585), in dem er die Gründe dieser Editon nennt. Der erste Text ist der "Homerocentra", ein griechischer Text des Bischofs und Dichteres Patricius Pelagius aus dem 5. Jahrhundert. Der zweite ist der "Vergiliani Centones" der römischen Dichterin Proba Falconia von Horta in Etrurien, der etwa 395 unter Kaiser Honorius lebte. Das dritte Werk ist die "Paraphrasis" des griechischen Dichters Nonnos de Panopolis aus dem 5. Jahrhundert. Henri Estienne bringt den griechischen Originaltext mit der lateinischen Übersetzung von Erhard Hedeneck. - Faltonia Betitia Proba, Ehefrau des praef. urb. 351 nach Chr. Adelphius, führte um 360 die Technik des Cento in die christlich-lateinische Poesie ein: Ihr Cento Vergilianus hat die gesamte Bibel in ausgewählten Episoden zum Thema; Probas ausgebildete Kunst der thematischen Vergilumdeutung ist noch kaum erforscht (Pauly-Wissowa). Nonnos von Panopolis ist heute hauptsächlich durch sein umfangreiches Werk "Dionysiaka" bekannt. - Holzschnitt-Vignette: Laubbaum, der kleine Zweige fallen lässt, re. ein älterer, barfüßiger Mann (Apostel Paulus), der ein im Baum hängendes Spruchband berührt "Noli altum sapere" (Brief an die Römer, Kap.11, Vers 20, zu den herabfallenden Zweigen, Vers 21). - Titel vollständig hinterlegt, nur in den Innendeckeln am Innenfalz kl. Wurmfraß-Spuren, Buchblock aber ohne Spuren u. sehr sauber.

Erhaltungszustand:

(minimal berieben u. bestoßen, leicht fleckig u. mit wenigen kl. Würmfraß-Löchlein).