Beschreibung:

Welche allen Rittermessigen, Gewaltigen, Regierern der Landt und Stett, so sich inn Tugent, Mannheyt, oder Rittlichen thaten understehn zu üben, nit alleyn zu lesen lustig, sonder jenen, auch eynem jeden menschen gemeynes standts, vast nützlich, unnd zu wissen noth seindt, etc.. Fol. 12, CCCCL, XCIII, 1 Bll. Original-Lederband auf 4 Bünden über Holzdeckel. Mit blindgeprägten ornamentalen Darstellungen, Sinnsprüchen und Wappen. Mit 3 vierteiligen Holzschnitt-Titelbordüren und auf letztem Blatt Druckermarke von Johann Schöffer.

Bemerkung:

VD16 L 2109. 3. Ausgabe der berühmten deutschen Übersetzung, der sogenannte "Mainzer Livius", von Livius Hauptwerk "Ab urbe condita". Mit den Conrad Faber von Creuznach (umstritten*) von Else Thormalen 1934 zugeschriebenen rd. 500 Holzschnitten. Die Übersetzungen und Bearbeitung besorgten Nikolaus Fabri von Carbach, Jacob Micyllus, Ivo Wittich und Bernhard Schöfferlin. Mit Besitzervermerk von alter Hand auf Vorsatz "Dieser Titi Livji oder Römische Histori ist Hartsen degen für weyden. 1550". Die Holzschnitte in kräftigen Drucken. Ein wichtiges "Schulbuch" seiner Zeit und heute äußerst selten. *"Unter den zahlr. dekorativen und schönen Holzschn. befinden sich Wiederholungen aus der Schoffer'schen Ausg. v. 1505, die röm. Krieger und Senatoren sind als Zeigenossen dargestellt, auch die vielen Lager- und Kriegsszenen sind in Kostüm und Requisit zeitgenössisch und stellen Ritter, Landsknechte etc. dar. Die von Else Thormalen (Gutenberg-Jb. 1934) aufgestellte Behauptung, ein Großteil der Holzschnitte stamme von Conrad Faber von Creuznach und stelle zum Teil Rheinlandschaften dar, ist nach den Arbeiten von W. Brucker uber den Künstler (1963 u. 1968) u. W. Reiniger nicht mehr haltbar. Bis auf zwei topographisch exakte Ansichten der Ebernburg u. der Burg Nanstein, die nach zeitgenöss. Einblattdrucken entstanden sind u. stilistisch von den anderen Holzschnitten stark abweichen, handelt es sich um reine Phantasielandschaften eines oder mehrerer Künstler, die jedoch in keinem Zusammenhang mit Conrad Faber stehen." (Zitat aus Auktionskatalog Jeschke/Van Vliet, Berlin, Auktion 125).

Erhaltungszustand:

(Einband leicht berieben u. bestoßen, Schliessen erhalten, Gelenk vorn leicht angepl., erste Seiten etw. fleckig, nur gering fingerfl., sonst in einem sehr ordentlichen Zustand).