Beschreibung:

8°. 2 Bll., 374 SS., 1 Bl.; 3 Bll., 410 SS., 1 Bl.; 1 Bl., 420 SS., 1 Bl. Original-Halbleder mit reichlicher Rückenvergoldung. 3 Bde.

Bemerkung:

Friedrich Müller, genannt Maler Müller (* 13. Januar 1749 in Kreuznach; + 23. April 1825 in Rom), deutscher Maler, Kupferstecher und Dichter des Sturm und Drang. Goed. IV1, 900, 19a; Schulte-Str. 235, 1; Meyer 119-121. Äußerest seltene erste Gesamtausgabe. ? »Diese Sammelausg.wurde angeregt von Ldw. Tieck, besorgt v. Frdr. Blatt, den Tieck u. der reformierte Prediger Le Pique unterstützten. Müller sah die Manuskripte u. früheren Drucke durch, seine Änderungen wurden jed. von den Hrsg. kaum berücksichtigt« (Sch.-Str.). Enth. das Werk Fausts Leben dramatisiert. »Faust, der Rebell der Reformationszeit eignete sich wie kaum ein anderer zum Sturm-u. Drang-Helden. Vom Fluch der Höllenfahrt hatte Lessing ihn befreit, konnte doch der Aufklärer den Drang nach Wissen, Fausts Beweggrund für den Höllenpakt, nicht ins Verderben führen lassen. Für den Stürmer u. Dränger Frdr. Müller war das Wesentliche Fausts hemmungslose Hingabe an das Leben. Der Monolog Fausts in der Studierstube gehört seit Marlows Tragödie zum festen Bestand der Faust-Dramen. Mit den Teufelsszenen schrieb Müller kleine Satiren auf den absolutistischen Hofstaat. Dabei ist die Sprache kräftig u. mit starken Dialektanklängen, besonders in den Judenszenen« (Sturm u. Drang Ausst.- Kat. S. 203ff.).

Erhaltungszustand:

(Leicht stockfl., Bd. 1 geringfügig stärker. Die Tit. mit kl. Fehlstelle um den Besitzstempel herum, Anf.-Textbl. ebenf. gestemp. Deckel angeschmutzt, die dekorativen Einbde. am Rücken leicht berieben, Kap. tls. etwas beschabt, ein Rsch. etwas spröde).