Beschreibung:

Kl.-8°, 16 x 10,5 cm. (etwas berieben und bestoßen, kleine Lederverluste an den Kanten des hinteren Deckels, Schließen entfernt, Wurmlöcher auf vorderem Deckel, Vorsätze auf Spiegeln erneuert, im Ganzen ordentlich erhalten, detaillierte Beschreibung weiter unten)

Bemerkung:

Das Papier ist etwas gebräunt, der Druck ist stellenweise etwas flau. 16 Seiten sind falsch paginiert, das Buch ist aber vollständig. Auf der Titelei sind zwei Besitzvermerke von alter Hand, die untere Ecke des Buchblocks ist leicht beschnitten, zahlreiche entfernte Eselsohren, an vielen Stellen dezente Feuchtigkeitsränder, auf den Seiten 193 bis 216 stärker, vereinzelt finden sich Radierspuren, Blatt 7/8 ist gelockert, 227/28 mit Fleck und Loch im weißen Rand, 461 stärker fleckig, die letzten Blätter mit Wurmspur im weißen Rand, nur das letzte Blatt mit kleinem Buchstabenverlust, das letzte Blatt mit hinterlegtem Loch von 1,5 cm Durchmesser und kleinem Textverlust. - Cicero (107 - 44 v. Chr.) war in politischer und philosophischer Hinsicht eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten der römischen Antike. Seine Prosa in Reden und Briefen war meisterhaft und galt den Humanisten nach der Wiederentdeckung der Schriftrollen durch Petrarca und Salutati im 14. Jahrhundert als absolutes Vorbild für den lateinischen Stil (vgl. Greenblatt: Die Wende. Wie die Renaissance entstand.). Neben den Briefen an seinen Bruder Quintus, den Briefen an Brutus und an Atticus bilden die Briefe an Familienmitglieder und an Freunde (epistulae ad familiares) eine eigene Kategorie. Nach der Erfindung des Buchdrucks wurden die Schriften Ciceros häufig verlegt, die Ausgabe mit den Anmerkungen des Reformators Melanchthon ist allerdings recht selten in den Bibliotheken des deutschen Sprachraums zu finden, auch in der Staatsbibliothek Berlin findet sich kein Exemplar. Eine erste Ausgabe dieses Werks erschien bei Froschauer schon 1575. Das Titelblatt mit der humorvollen Druckermarke Froschauers: Frösche, die einen Baum (der Weisheit?) erklettern. Auf die Briefe folgen 102 nicht paginierte Seiten mit den Anmerkungen Melanchthons, darauf 5 Seiten die lateinische Erklärung griechischer Wörter, darauf 11 Seiten "Nomenclatura" - ein Register der Adressaten Ciceros - und darauf noch auf 6 Seiten der Brief "Ciceronis ad Octavium". Octavian war einer der Triumvirn, die Cicero ermorden ließen. Christoph Hegendorph (Schriftsteller, Evangelischer Theologe und Jurist, 1500 - 1540) und Gisbert (Gybertus) Longolius (ein niederrheinischer Humanist 1507 - 1543) haben zur Gestalt des Textes und den Anhängen beigetragen. - VD 16: C 3057. Weitere Bilder auf Anfrage oder auf unserer Homepage.