Beschreibung:

7 Bll., 237 SS., 5 Bll. mit ca. 55 Textkupfern. 1 Titel, 1 Porträt (, 2 doppelblattgr. Karten und 23 (1 mehrfach gefalt.) Tafeln (alles in Kupferstich). 4°. Pgmt. der Zeit (Rücken mit mehreren hinterlegten Einrissen, etw. fleckig und bestoßen).

Bemerkung:

Der berühmte Raubdruck von Kirchers aufwendig illustriertem Referenzwerk über China und Ostasien im Jahr der Erstausgabe. - Dünnhaupt 2343,21.3. De Backer-S. IV,1963,24. Alt-Japan Kat. 724. - `China monumentis illustrata` (1667) bedeutet einen Meilenstein in der europäischen Chinakenntnis. Die Fülle des von Kircher verarbeiteten Materials wie auch die superben Abbildungen machten das Werk zu einem der meistgelesenen Chinabücher der frühen Neuzeit. - "1625 wurde in Sian eine alte chinesische Inschrift wieder aufgefunden. Sie stammte aus dem Jahr 781 und gab Zeugnis, dass schon damals das Christentum durch die Nestorianer in China Einzug gehalten hatte. Diese Entdeckung gab den Anstoß für Kircher, sein China-Buch zu publizieren. Die Texte beruhen großenteils auf Arbeiten von Ordensbrüdern. Den zentralen Platz nimmt die Edition der Sian-Inschrift ein. Damit ist "China monumentis illustrata" eine Inkunabel der Sinologie. Von Kircher selbst stammt ein sorgfältig recherchierter Abschnitt über die Geschichte der Reisewege nach China" (Deutsches Museum). - Übersetzungen in Holland, England (nur in Teilen) und Frankreich, ja sogar ein dem Original täuschend ähnlicher Raubdruck bezeugen den großen Erfolg des Werks. Hier vorliegend ein Exemplar eben dieses Raubdrucks, den Jacob van Meurs unmittelbar nach der Erstausgabe herausbrachte. Ohne die Erlaubnis der Verleger des Originals (Van Waesberge und Weyerstraat) einzuholen, ließ Van Meurs den Text neu setzen und alle Illustrationen akkurat nachstechen. Die darauffolgende Auseinandersetzung konnte gütlich beigelegt werden, nicht zuletzt deshalb, weil Van Waesberge und Weyerstraat für ihre Kircherausgabe ihrerseits den Bilderschatz des 1665 bei Van Meurs erschienenen Gesandtschaftsbericht Nieuhofs geplündert hatten. - Titel verso mit Resten eines entfernten Stempels. Das untere Viertel der Porträts in Faksimile auf altem Papier ergänzt (ca. 11 cm), ebenso S. 1/2. Gebräunt uns teils wasserrandig. Vereinzelte hinterlegte Randläsuren. Vorsätze erneuert.