Beschreibung:

Praemittuntur chronologia accuratior, Chronicon historicum, & Prolegomena subiiciuntur, Notitia dignitatum, Prosopographia, Topographia, Index rerum et Glossarum nomicum. Opus posthumum diu in Foro et Schola desideratum, recognitum & ordinatum ad usum Codicis Iustinianei opera & studio Antonii MARVILLII antecessoris primicerii in Universitate Valentina. Editio nova in VI. tomos digesta collata cum antiquissimo Codice MS. Wurceburgensi et libris editis iterumque recognita emendata variorumque observationibus aucta quibus adiecit suas Ioann. Dan. RITTER.. Fol. (I, 1736:) Tb. mit Vignette in Rot-Schwarz-Druck, 21 Bll., CCXXX, 504 S., 1 Bl., (II, 1737:) 13 Bll., 700 S., 10 Bll.; (III, 1738:) 7 Bll., 564 S., (IV, 1740:) 5 Bll., 656 S.; (V, 1741:) 4 Bll., 748 (recte: 478) S., 1 Bl., (VI,1, 1743:) 8 Bll., 350 S., 52 Bll., (VI,2, 1745:) 5 Bll., 289 S., 3 Bll., 163 S., XLII S., 1 Bl. Neue Halblederbände. 6 Bde. (in 3 gebunden).

Bemerkung:

Der CODEX THEODOSIANUS hat seinen Namen nach Theodosius II. (402-450), der den Codex im Jahre 438 erlassen hat. Der Kaiser plante mit seinem Mitkaiser Valentinian III. eine weit umfassendere Kodifikation aller seit Konstantin erlassenen kaiserlichen Gesetze von allgemeiner Bedeutung. Der Codex trat am 1. Januar 439 in Kraft und von diesem Zeitpunkt an durfte nur noch Gesetze aus dem Codex Theodosianus zur Anwendung gebracht werden. Er ist in 16 Bücher untergliedert, diese in Titel mit Überschriften, welche die chronologisch angeordneten zusammengehörigen Konstitutionen vereinigen. Jede Konstitution teilt selbst ihre Herkunft, den Urheber und den Adressaten in der sog. Inskription mit, das Datum in der sog. Subskription. - Der Codex Theodosianus ist nicht vollständig überliefert. Ein Auszug, etwa die Hälfte des ganzen Kodex, ist in die Lex Romana Visigothorum aufgenommen und in deren Handschriften weit verbreitet worden. Von selbständiger handschriftlicher Überlieferung kam zuerst die aus dem 6. Jahrhundert stammende vatikanische Handschrift (Bücher 9-16) heraus. Es folgten die Bücher 6-8 aus einer Pariser Handschrift des 5. oder 6. Jahrhunderts. - Wegen ihres ausgezeichneten Kommentars, in dem die ganze Literatur des Altertums verwertet ist, wurde die Ausgabe von Jacobus GOTHOFREDUS (1587-1652) berühmt. Leopold Wenger spricht von einem "wunderbaren Gelehrtenwerk". Sie wurde nach dem Tode des Verfassers in Lyon (1665) von Antonius Marvillius (Merville) herausgegeben und nochmals von Joh. Daniel RITTER in Leipzig (1736-1745) in sechs Foliobänden. - Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erweiterte sich die Kenntnis zum Codex Theodosianus zu den ersten 5 Büchern, insbesondere durch die Entdeckungen von Amedeus Peyron. Nach dem damaligen Wissensstand gab Gustav HÄNEL 1842 den Codex Theodosianus in Bonn heraus. Schließlich begann, nach jahrzehntelangen Vorarbeiten, Theodor Mommsen im Auftrage der Berliner Akademie der Wissenschaften im Jahre 1898 mit der kritischen Ausgabe des Codex Theodosianus. Erst zwei Jahre nach seinem Tode erschien das nunmehr dreibändige Werk. Der Text und Apparat war schon zu Mommsens Lebzeiten gedruckt, die umfangreiche Einleitung (Prolegomena) wurde nach dem Tod des großen Gelehrten von "amici quibus hoc munus Mommsensi voluntate delatum erat" fertiggestellt. Auch Paul Krüger wollte seinen anfangs mit Mommsen gemeinsam betriebenen Plan ebenfalls vollenden und begann noch in hohem Alter mit den Arbeiten an der Edition des Codex Theodosianus. Krüger konnte sein Werk nicht vollenden, er kam nur bis liber VIII. - Der Codex Theodosianus ist wie folgt aufgeteilt: I: Kaisergesetze, Juristenresponsen, Ämter der höheren Beamte; II-IV: Privatprozeß und Privatrecht nach der Ordnung des Edikts; V betrifft einzelne Fragen des Privatrechts, so das gesetzliche Erbrecht, Kinderaussetzung etc.; VI handelt von Senatoren und Beamten, deren Ordnung und Privilegien; VII vom Militärwesen; VIII beginnt zunächst mit Bestimmungen für Unterbeamten mit Abschnitten über Schenkung, Ehe- und Kinderlosigkeit und andere familienrechtliche Fragen; IX ist dem Strafrecht und Strafprozeßrecht und X dem Fiskalrecht gewidmet. XI handelt von Abgaben und Leistungen, von Prozessualem wie der Appellation, dem Beweis mit Zeugen und Urkunden; XII.-XV. umfasst verschiedene Vorschriften aus dem Korporations-, Stände- und vor allem aus dem Stadtgemeinderecht (vor allem Rom und Konstantinopel), XVI. enthält schließlich das Kirchenrecht. I: Liber I-V, tit.12. II: Liber VI. tit.1 - VIII, tit.18 (ergänzt) III: Liber IX, tit.1-X, tit. 26 IV: Liber XI, tit.1-XII, tit. 19 V: Liber XIII, tit. 1-XV, tit.15 VI,1: Liber XVI, tit.1-XVI, tit.11 & Extravagans VI,2: Notitia diginitatum civilium et militariusque Prosopographia Codicis Thodosiani Glossarium Nomicum Codicis Theodosiani Novellae Constitutiones Imperatorum Iustiniano anteriorum Appendix Codicis Theodosiani cum epistolis aliquot veterum conciliorum et pontificum Romanorum congesta a Iac. SIRMONDO.

Erhaltungszustand:

(Papier durchgehend stockfl., tlw. stärker gebräunt und fleckig).