Beschreibung:

Jetzo nach den gebräuchlichsten 4 hochdeutschen Ubersetzungen nebst der holländischen / da immer eine die andere erklähret / dem Christlich-Deutschen Leser zu Dienst zum Druck befordert. Wobey noch angehänget sind Einige zur Erläuterung des Neuen Testaments dienliche Apocryphische Bücher.. (14), 859, (1), 49, (3) Seiten. 5-spaltiger Frakturdruck. Mit einem Kopfstück in Holzschnitt. OHNE Titelkupfer und OHNE gestochene Karte des Landes Kanaan. Gr. 8° (22,5 x 18 cm). Lederband der Zeit auf 5 Bünden mit floraler Blindprägung auf dem Rücken, reicher, ornamentaler Blindprägung auf den Deckeln sowie Kammmarmor-Vorsätzen. [Hardcover / fest gebunden].

Bemerkung:

vgl. Darlow-Moule II,1. 4227 (Pentapla). - NDB VI, 472f. - VD18 1142169X. - Unmittelbare Vorarbeit zur Biblia pentapla, die in den Folgejahren beim gleichen Drucker in drei Bänden erschien und im streng lutherischen Norddeutschland auf deutlichen Widerstand stieß. Der ansässige Wandsbeker Pastor Michael Berns publizierte schon 1710 "Endeckung des Greuel Wesens, Welches Die so genandte Neue Christen, Mit der biß dahin In Wandesbeck gedruckten Biblia Pentapla vorhaben: Allen rechtschaffenen Christen und geheiligten Seelen Zur Warnung und Verhütung auffgesetzet". Zusammengestellt und herausgegeben wurde die Biblia pentapla von Johann Otto Glüsing (1675-1727), der wegen sektiererischer Umtriebe und die Geistlichkeit tadelnder Satireschriften erst aus Kopenhagen, dann Oslo ausgewiesen wurde, bevor der dänische König Friedrich IV. in endgültig zum Verlassen seines Herrschaftsbereiches aufforderte. Wegen seiner anhaltenden separatistischen und sektennahen Umtriebe musste er auch Hamburg verlassen, um schließlich im toleranteren Altona, "das damals eine Freistatt für Sektierer und Schwärmer war" (NDB), eine Zeit lang ungestört wirken zu können. Nach der Zerstörung Altonas im so. Schwedenbrand kehrte er nach Hamburg zurück. "Auch war er als ?Mechanicus? tätig. Er gehörte zu den Gichtelianern, einer Sekte, die in den Niederlanden unter dem Einfluß der Werke J. Böhmes von J. G. Gichtel begründet worden war. Diese Gemeinschaft der ?Engelsbrüder?, wie sie sich nach ihrer asketischen Lebensweise nannte, hatte auch in Norddeutschland Verbreitung gefunden." (NDB). - Synopse zeitgenössischer Bibelübersetzungen in 5 Kolumnen: 1. Catholische Übersetzung von Caspar Ulenberg von 1630, 1666 und später überarbeitet. 2. Lutherische Übersetzung 3.Reformirte Übersetzung von Johannes Piscator aus Straßburg die 1602 und 1603 in Herborn veröffentlicht wurde. 4. Neue Übersetzung von Joh. Henrich Reitz aus Bremen, die 1703 erstmals in Offenbach gedruckt wurde. 5. Holländische Übersetzung welche auf Gutachten des Dordrechtischen Synodi Anno 1618 und 1619 und auf Befehl der HHrn General Staten, durch 6 Sprach-kundige Theologos, Reformirter Parthey / ausgefertiget / und Anno 1636 zu Leyden zum ersten mal durch den Druck herausgekommen ist / wie selbige durch gantz Holland noch im Gebrauch ist. - angebunden: Novi Testamenti Apocrypha; oder Etlicher Lehr-Jünger des Herrn und Apostolischen Männer Send- Briefe / Die vor Alters bey der ersten Kirchen in vielen Gemeinden mit Nutzen gelesen / Und Denen Canonischen Schrifften mit angehänget worden. Nun zum gemeinen Nutz genauer nach dem Grunde übergesehen / in Capitel und Verse abgetheilet/ und diesem Neuen Testament mit beygefüget. Prüfet alles / uind was gut ist behaltet. Auffgelegt durch Herman Heinrich Holle, Buchdrucker zu Wandesbeck bey Hamburg, Anno 1710. - Leder etwas berieben und bestoßen sowie vom darunterliegenden Vorderdeckel gelöst. Kleinere Fehlstellen an den Ecken und am oberen Kapital, Schließen fehlen. Titelkupfer und Karte Kanaans fehlen, Titel liegt lose bei. Papier bis auf einzelne schwache Braunflecken gut erhalten und sauber. Insgesamt solides, innen gutes Exemplar der seltenen und gesuchten Bibelsynopse mit beschädigtem Einband und ohne die Kupfer.