Beschreibung:

Titel in Schwarz und Rot, mit breiter figürlicher gestochener Bordüre. Mit 9 Textkupfern, 15 blattgroßen Kupfern, 1 doppelblattgroßen Kupfer und 23 (wiederholten) gestochenen Kopfvignetten. 8vo. (ca. 20 x 16 cm). Flexibler Pergamentband der Zeit mit handschr. Rückentitel und geprägten Initialen "I G" sowie der Jahreszahl "1607" auf dem Vorderdeckel, 8 Bl., 142 S., 1 w. Bl.

Bemerkung:

Das Blatt mit den Seiten 71/72 wurde offensichtlich herausgerissen und fehlt. Es wurde durch einen Ausdruck auf altem Papier ähnlich ersetzt, ist aber als Kopie erkennbar. - VD17 384:717401L. Graesse V, 103. Vgl. ADB XXXVI, 49. - Einzige deutsche Ausgabe dieser illustrierten Monographie über das sogenannte Turiner Grabtuch. Auf dem Leichentuch ist schemenhaft das Abbild eines Menschen erkennbar (Vorder- und Rückseite). Es wird von vielen Gläubigen als das Tuch verehrt, in dem Jesus nach der Kreuzigung begraben wurde und das demnach sein Antlitz abbildet. Der Ursprung des heute in einer Seitenkapelle des Turiner Doms aufbewahrten Tuchs ist nach wie vor ungeklärt. Moderne analytische Untersuchungen lassen jedoch auf eine mittelalterliche Entstehung schließen. - Der Verfasser Alfonso Paleotti (1531-1610) war Erzbischof von Bologna, die italienische Erstausgabe erschien 1606 unter dem Titel "Christi Crucifixi stigmata Sacrae Sindoni" in Venedig. Aus dem Italienischen übersetzt wurde es durch den Augsburger Benediktinermönch Karl Stengel (1581-1663), der auch zahlreiche eigene Schriften zur Kirchengeschichte verfaßte. - Einband etwas fleckig und gewölbt, das hintere Innengelenk gebrochen. Titel mit blassem Stempel und altem handschr. Eintrag. S. 45/46 mit sauber geschlossenem Randriss. Gut erhaltenes, innen weitgehend sauberes Exemplar. Nur vereinzelt gering fleckig. Laut Stempel auf dem letzten (weißen) Blatt war es ursprünglich im Bestand der Augsburger Stadtbibliothek und wurde als Dublette verkauft.