Beschreibung:

3 nn. Bll. (Titel und 2 Widmungsblätter), num. Bll. 2-501 (so, abgesehen von einem möglicherweise fehlenden Approbationsblatt am Schluß, vollständig). 8°,. Früher Druck des wohl erstmals ca. 1565 in Wien erschienenen Lektionars, einer Art Fortsetzung oder Umarbeitung von Giengers reformkatholischen Gebetbuch "New Christlich Teutsch Betbuech" (Wien, ca. 1560 u.ö.). Mit Holzschnitt-Titelbordüre und auch alle Textseiten von Holzschnittbordüren eingefasst.

Bemerkung:

Einband berieben sowie etwas fleckig, beschabt und gebräunt; Vorderdeckel mit größerem Wasserfleck in der unteren Ecke - auch der vordere Innendeckel (Spiegel) und der Vordervorsatz hier mit größerem, stärkerem (bräunlichen) Wasserfleck; Vorderdeckel mit kleiner Bezugsfehlstelle in der unteren Ecke und weiterer, winziger Bezugsfehlstelle im Bereich des unteren Kapitals; Rücken mit wenigen kleinen Wurmlöchern und Rückenschild zum größeren Teil abgeplatzt; Leder des Schließenbandes der unteren Schließe etwas rissig, Schließe aber noch stabil; vorderes Innengelenk angeplatzt; Vordervorsatz und die ersten 4 Blätter in der unteren Ecke mit kleinen Läsuren (kleine Löcher, Randeinrisse und Randausrisse - kein Textverlust und nur minimaler Bildverlust bei den Bordüren); erste Blätter und einige weitere Blätter etwas fingerfleckig (meist am Fuß); häufiger etwas stockfleckig (vereinzelt stärker) und vereinzelt leicht fleckig; einige Blätter mit breiterem, meist recht schwachem Wasserrand am Kopf; zum Schluß hin wenige Blätter am Kopf schwach wasserfleckig; vereinzelt kleine Randläsuren (kleine Randeinrisse, kleine Randknicke und geringfügige Anränderungen); manchmal Tintenmarginalien von alter Hand; 2 ältere Besitzvermerke auf dem Vordervorsatz. Mit vierseitiger gedruckter Widmung des Verlegers Adam Berg an Anna, Erzherzogin von Österreich und Herzogin von Bayern, einer Tochter von Kaiser Ferdinand I., nach dem Titel. Bei Sartorius in Ingolstadt erschien, ebenfalls 1575, ein nahezu identischer Druck, der zwar die Verlegerwidmung nicht enthält, aber als letztes Blatt (nach Blatt 501) ein einseitig bedrucktes, nicht numeriertes Blatt aufweist. Dieses Blatt, das eine Approbation des Dekans der Ingolstädter Theologischen Fakultät Rudolf Klencke (Clencke, Klenk, Clenk) in lateinischer Sprache enthält, ist im voliegenden Exemplar nicht vorhanden, scheint aber zumindest einem Teil der Münchener Ausgabe beigegeben worden zu sein - das Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek enthält dieses Blatt. Der Verfasser Georg Gienger von Rotteneck (um 1500-1577); dt. Jurist, Theologe und Staatsmann in habsburgischen Diensten - Berater der Kaiser Ferdinand I. und Maximilian II.. Trotz der beschriebenen Mängel für ein Gebrauchsbuch dieser Art durchaus gut erhalten - von besonderem Reiz durch die schönen Renaissance-Bordüren auf allen Seiten. In allen Ausgaben äußerst seltenes Lektionar bzw. Laienbrevier bzw. Gebetbuch - ich kann in den letzten 40 Jahren nur ein Exemplar im Auktionshandel nachweisen (ein Exemplar des vorliegenden Druckes - ebenfalls ohne das Approbationsblatt am Schluß). VD16 ZV 5586 / nicht bei Adams und im BM STC.