Beschreibung:

8° 22 Bl., 977 S., 1 Bl., 9 Bl., m. 6 röm. num. Kupferstichen u. 2 Kupferstichen, m. einigen Initialen u. Vignetten Späterer geprägter Ledereinband, m. gepunztem Goldschnitt (Schließen fehlen)

Bemerkung:

Theophil Gottlieb (Spizel, Spitzelius, Spizelius), * 11.9.1639 Augsburg, ? 17.1.1691 Augsburg, evangelischer Pfarrer, Polyhistor. Ab 1653 Studium in Tübingen und Leipzig (Magister 1658). Bildungsreise durch Deutschland und Holland; Bekanntschaft u. a. mit Gottfried Wilhelm Leibniz, Friedrich Breckling, Philipp Jakob Spener und Valentin Alberti. 1662 Diakon, 1682 Pfarrer von St. Jakob, 1690 Senior des Evangelischen Ministeriums. In seiner Person vereinigen sich natürliche Religiosität mit strengem Luthertum und pietistischem Streben (Pietismus). Wichtige Werke: 'De re litteraria sinensium commentarius' (1660), 'Vetus Academia Jesu Christi' (1671), 'Templum honoris reseratum' (1673), 'Augspurgischer Seelen-Garten' (1678), 'Pietas ad omnia utilis'. Mit umfassenden Kenntnissen ausgestattet, widmete er sich mehr biographischen, literarkritischen und kulturgeschichtlichen als theologischen Themen. Mit seinem 'Augsburgichen Seelengarten' versuchte er, Anweisungen zu einem christlichen Leben zu geben. Es war ein Kampf gegen die aufklärerische atheistische Zeitströmung. Spitzel verband Offenbarung und Vernunft und bemühte sich 'den Weg zum Tor der wahren Glückseligkeit' aus dem christlichen Glauben darzustellen. Leider gelang es ihm nicht, Speners und Franckes pietistischen Ideen in Augsburg durchzusetzen. Spitzel war auch in die konfessionellen Streitigkeiten mit den Jesuiten involviert. Der Rat der Stadt verbot ihm, seine antikatholische Augsburger Reformationsgeschichte zu veröffentlichen. Wirkte durch seine seelsorgerischen Schriften positiv auf die Entwicklung der protestantischen Frömmigkeit. (aus Augsburger Stadtlexikon, Wißner Verlag)

Erhaltungszustand:

(dem Alter entsprechen sehr gut erhalten).