Beschreibung:

Titel, 365, (1 weiße) Seiten. 8° (17,5 x 10,5 cm). Sehr schöner geglätteter Kalbslederband der Zeit mit reicher klassizistischer Rückenvergoldung, goldgeprägtem Rückenschild, Lederecken, türkisfarbenen Buntpapiervorsätzen und grün gefärbtem Schnitt.

Bemerkung:

Erste Ausgabe des im Todesjahr Wagners erschienenen Romans in einem ausgesprochen schönen Exemplar, außen wie innen (abgesehen von einer oberflächlichen Wurmspur auf dem Hinterdeckel) tadellos erhalten. - Goedeke VI, 393, 27, 7. - Kosch XXVII, 12f. - Killy XII, 87. - ADB XL, 486. - Ernst Wagner (Roßdorf/Rhön 1769 - Meiningen 1812), "Sohn eines Pfarrers, studierte d. Rechte in Jena, Privatsekretär u. Oberaufseher e. Gutsbeseitzers in Roßdorf, erhielt 1804 auf Vermittlung von Jean Paul d. Amt e. Kabinettsekretärs beim Herzog Georg v. Meiningen; vorwiegend Verf. v. Erzählungen u. Romanen" (Kosch). - Wagner erlangte in der Jean-Paul-Literatur Berühmtheit dadurch, daß er seinem Werk 'Historisches ABC eines vierzigjährigen Hennebergischen Fiebelschützen' von 1810 ein fingiertes Vorwort Jean Pauls, mit dem er bis zu seinem Lebensende in gutem Kontakt stand, voranstellte, und das eine verkappte Hommage an den ungleich Größeren und Bekannteren darstellt. - "Grundthema der Romane W.s ist ein zu sozialer Harmonie strebendes bürgerl. Leben in einer vom Adel beherrschten Gesellchaft [...] Der Übergang vom Epigonentum zur Trivialität ist überall in W.s Romanen spürbar" (Killy). - Hingegen Jean Paul über Wagner: "Der großherzige Mensch, der fromme Mensch, der reiche Dichter" (Nerrlich: Jean Paul und seine Zeitgenossen, 262).