Beschreibung:

XVIII, 442, (2), VIII, 362, (2) Seiten. Frakturdruck. 8° (22 x 14,5 cm). Dekorativer Halblederband der Zeit mit Buntpapierbezug, goldgeprägtem Rückentitel, abgerundeten Deckelkanten und grün gesprenkelten Schnitten. [Hardcover / fest gebunden].

Bemerkung:

Julius Friedrich August Bahnsen (1830-1881), der als Freiwilliger am Feldzug für die Freiheit Schleswig-Holsteins teilnahm und neben der akademischen Arbeit als Hauslehrer unterrichtete, bezeichnete sich selbst als Nihilisten. Aus der Rezeption Schopenhauers entwickelte er seine eigene Charakterologie, in der er Wille und Motiv untersuchte und wiederum auf Freud und andere wirkte. - Jahn, 20; NDB I, 540; Ziegenfuß I, 73. - "Ein alleines Weltwesen als Träger einer Universalentwicklung gibt es ebensowenig wie ein logisches Prinzip als Leiter derselben. An dessen Stelle steht das ewige Sichaustoben der Selbstzersetzung des Willens, ein unlogischer, realdialektischer Weltzweck. (...) Bahnsen stimmt mit Schopenhauer in vielen Punkten überein, in der Anerkennung des Primats des Willens vor dem Intellekt, der Auffassung des Intellekts als Efflorescenz des Willens, dem Festhalten an der pessimistischen Weltanschauung u. s. w., hat aber den Meister in den Grundfragen korrigiert." Siebert, Handbuch 233f. - Rückenleder etwas aufgehellt und an den oberen Außengelenken leicht beschabt. Papier gleichmäßig leicht gewellt und stellenweise minimal gebräunt mit kleinem Stempel auf dem Vorsatz. Sehr gutes und sehr schönes Exemplar des Hauptwerkes Bahnsens in der seltenen Erstausgabe.