Beschreibung:

39 cm. VIII, 252 Spalten auf 117 S. mit 96 Figuren im Text, 1 S., 23 lithogr. Tafeln, davon 14 farbig und 2 doppelseitig (numeriert von I bis XXV, so komplett). Original Halbleder (Hardcover). Franzband, marm. Vorsätze, ggpr. Rücken.

Bemerkung:

Meyer, Johann Heinrich Gustav (*14. Januar 1816 in Frauendorf in Pommern, heute Ortsteil Golecino von Stettin, ? 27. Mai 1877 in Berlin) war Landschaftsgestalter, Städtischer Gartendirector zu Berlin und schuf als erster Parks, die als Erholungsstätten für die einfachen Bürger der Stadt gedacht waren. Bekannte und heute zum Teil noch erhaltene Planungen von Gustav Meyer in Berlin sind der Treptower Park, der Friedrichshain, der Humboldthain, der kleine Tiergarten und mehrere Promenaden. Auch entwarf er den Straßen- und Bebauungsplan der Villenkolonie Alsen im heutigen Berliner Ortsteil Wannsee. Seine Ausbildung zum Gärtner absolvierte er im Botanischen Garten in Schöneberg. Von 1832 bis 1836 lernte Meyer an der Königlichen Gärtnerlehranstalt Sanssouci, unter anderem bei Peter Josef Lenné, für den er in der Folge weiter arbeitete. Lenné betraute ihn dann 1843 mit der Leitung sämtlicher technischer Belange in seinem Büro. Meyer übernahm auch Lehrtätigkeiten im Plan- und Landschaftszeichnen, für Projektionslehre und Perspektive. Meyer und Lenné setzten die Wünsche Friedrich Wilhelms IV. um und verschönerten die Grünanlagen um Potsdam, bzw. legten sie neu an. Meyer erhielt dann neben seiner Lehrtätigkeit auch die Stellung des Garten-Kondukteurs. Durch eine gewonnene Ausschreibung für die Gestaltung des Friedrichshains wurde dieser von 1846 bis 1848 nach seinen Entwürfen angelegt. 1859 wurde er zum Hofgärtner ernannt. Nach Lennés Tod durfte Meyer jedoch nicht dessen Nachfolger werden. Als in Berlin 1870 eine Deputation für städtische Park- und Gartenanlagen (Berliner Gartenbauamt) gebildet wurde, übernahm er deren Leitung als Städtischer Gartendirector zu Berlin. Ab 1876 wurden die von Meyer schon vorher gemachten Planungen zum Treptower Park als Volksgarten umgesetzt. Meyer gehörte als Schüler und rechte Hand Lennés zu den Vertretern der Gärtnerei als künstlerische und akademische Aufgabe ("Garteningenieure") und trat wie sein Lehrer für eine Verwissenschaftlichung der Gärtnerausbildung ein (Im Gegensatz zu seinem Kontrahenten Jühlke, der die Ausbildung mehr unter praktisch-betrieblichen Aspekten sah). Das vorliegende Buch ist die Realisierung eines von Lenné geplanten Buches über die Gartenkunst, das dieser aber nicht mehr selbst verfassen konnte. "In seiner Bedeutung als Quellenwerk nur den Büchern Reptons oder Pücklers an die Seite zu stellen, überliefert es, was der nimmermüde Lenné uns nun doch vorenthalten hat, die Quintessenz seiner Erfahrung." (Ohff) Dochnahl 102.

Erhaltungszustand:

Gut. Einband etwas bestoßen u. beschabt, Rücken an Kopf und Fuß m. kl. Fehlteil u. einseitig am Gelenk geplatzt. Seiten teils braunfleckig, Tafeln durchgängig m. Braunflecken. Stempel a. flieg. Vorsätzen u. vs. hinterer Vorsatz.