Beschreibung:

401 S. Okt,

Bemerkung:

Das Buch beschäftigt sich am Beispiel der dt. Vertriebenen mit den Spuren, die die äußerst gewaltsame Gesellschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts in deren Selbst- und Weltverständnis hinterlasen hat. Der Autor geht an Hand von 13 in den Mittelpunkt gestellten Lebensgeschichten der Frage nach, wie sich Menschen mit dem Vertreibungsgeschehen und dem Heimatverlust im höhren Lebensalter und damit im Gesamtzusammenhang ihrer Biographie rückblickend auseinander setzen. Damit besrührt die Untersuchung drei sozialwissenschaftliche Bereiche - die Biographienforschung, die Migrationssoziologie und die Psychogerontologie bzw. Soziale Gerontologie. - Aus der Perspektive der sozialwissenschaftlichen Altersforschung wird rekonstruiert, auf welche Bezugspunkte Menschen höheren Lebensalters in ihrer Lebengeschichte zurückgreifen, um ihre Identität zu stabilisieren. Dabei wird auch deutlich, welche negativen biographischen Erfahrungen und Bedingungen das seelische Gleichgewicht im Alter gefährden können. Aus der Perspektive der Migrationssoziologie wird aufgezeigt, vor welchem lebensgeschichtlichen und psychosozialen Bedingungshintergrund Zwangsmigrationen mehr oder minder positiv bewältigt werden können. Aus biographietheoretischer Perspektive wird schließlich der Frage nachgegangen, wie sich historische Katastrophen wie der Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg und Zwangsmigrationen auf die Lebensverläufe und die Identität der Betroffenen auswirken. - Dem Autor gelingt es, einen nach wie vor brisanten Abschnitt dt. Zeitgeschichte aus der Sicht der betroffenen Menschen zu beleuchten, ohne dabei der Gefahr zu unterliegen, sich für die gängigen ideologischen Interpretationen vereinnahmen zu lassen.

Erhaltungszustand:

Gut bis sehr gut.