Beschreibung:

46 S.; illustriert. Fadengehefteter Originalpappband.

Bemerkung:

Sehr gutes Ex. - Vortitel mit WIDMUNG des Künstlers. - Abb.: "Umgekehrt"; "Hauch"; "Anfang"; "Kontrast"; "Abwägung"; "Metamorphose"; "Diagonal"; "Panther"; "Wendung"; "Ankunft im Diesseits"; "Zunächst"; "Standpunkt" / u.a. -- Johann-Christian Joost hat sich lange mit konstruktivistischen Strukturen in der Plastik beschäftigt. Er hat Objekte aus Stäben gebaut, die einander durchkreuzen und in dynamischem Spiel mit- und gegeneinander wirken. Zunächst waren es einfache Eisenstäbe, später dann auch farbige, rot, gelb und blau gefaßte Skulpturen, die sich aus vielen Einzelteilen zusammensetzten. Immer waren es raumgreifende, Bewegung implizierende, Energie ausstrahlende Gebilde. Die Strukturen wurden immer vielfältiger und komplizierter, bis Joost schließlich ganz damit aufhörte und zu einer neuen Form der Stahlbildhauerei, den "Torsi onen" fand. Die Herkunft aus dem Stab ist bei dieser neuen Arbeitsserie noch erahnbar; aber es handelt sich jetzt um vierkantige, schwere, handgeschmiedete Stahlblöcke, die - anders als die sonst bei der Stahlbildhauerei gewohnten Balken - auf den ersten Blick wie Bronzegüsse aussehen, nichts mehr von industrieller Glätte haben, sondern mit deutlichen Anzeichen handwerklicher Bearbeitung versehen sind. Sie scheinen organisch gewachsen oder wie aus Ton geformt. Die weiche, wie geschnitzt wirkende Oberfläche widerspricht dem harten Material und läßt an Holzbildhauerei oder gar an die weichen Skulpturen Claes Oldenburgs denken, nur daß sie eben nicht aus weichem Material geschaffen sind und natürlich keine inhaltliche Bedeutung haben, sondern ganz aus dem Geist der Abstraktion kommen. Galt das Interesse des Künstlers bei aller formalen Beschränkung vor allem der Vielfalt, so sucht er jetzt die Vielfalt im Einfachen. Nur dreier Blöcke bedarf es, um zu einer offensichtlich unbegrenzten Anzahl plastischer Aussagen zu gelangen. Dabei kommt es zu gleichsam tänzerisch anmutenden Figurationen, die auch mit dem tänzerischen Element der Balance zu tun haben. Die Skulpturen sind so gebaut, daß sie in sich gleichgewichtig sind, also von selber stehenbleiben, ohne festgeschraubt zu werden. Dennoch erinnert nichts an Baukasten. Dies rührt vor allem daher, daß die Stäbe in sich gedreht sind, was nur durch einen handwerklich äußerst schwierigen Schmiedevorgang erreicht wird. Die natürlich wirkende Bewegtheit der wie Gliedmaßen agierenden Elemente wird durch die wechselnde Beleuchtung des Tageslichts aktiviert und intensiviert. (Vorwort) ISBN 3000052712